Italien plant höhere Bußgelder: Was sich für Motorrad- und Vespa-Fahrer ändern könnte
- 20. August 2026
Neuer Codice della Strada: Italien diskutiert progressive Bußgelder und neue Regeln auch für Motorräder
Wer mit der Vespa oder dem Motorrad nach Italien reist, sollte die aktuellen Entwicklungen rund um den Codice della Strada im Blick behalten.
Das italienische Infrastruktur- und Verkehrsministerium (MIT) arbeitet derzeit an einer umfassenden Überarbeitung des Straßenverkehrsrechts. Die Reform befindet sich aktuell noch in der Konsultationsphase und ist noch nicht in Kraft.
Aktueller Zeitplan
✅ Konsultation bis 13.09.2026
✅ Verabschiedung des finalen Entwurfs bis 14.10.2026
❌ Noch nicht beschlossen
Erst danach steht fest, welche Vorschläge tatsächlich „Gesetz“ werden.
⚠️ Wichtig: Alle derzeit diskutierten Regelungen sind bislang lediglich Vorschläge und gelten noch nicht.
Neuer Codice della Strada: Für Motorrad- und Vespa-Fahrer besonders interessant
Die offizielle MIT-Mitteilung bestätigt ausdrücklich, dass über folgende Punkte diskutiert wird:
✅ Nutzung der Standspur bei Stau
✅ Mehr Schutzmaßnahmen für Motorradfahrer auf Autobahnen
✅ Möglichkeit des Rechtsüberholens auf bestimmten mehrspurigen Straßen
✅ Neue Regelungen für Bußgelder und Fahrverbote nach dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit
Quelle: MIT
Codice della Strada: Die wichtigsten geplanten Neuerungen
– Progressive Bußgelder bei Tempoverstößen
Besonders für Reisende interessant ist das geplante neue Bußgeldsystem.
Geplante Bußgelder:
- Autobahn: 10 € pro km/h über dem Tempolimit
- Stadt- und Langsamverkehr: 5 € pro km/h über dem Tempolimit
Beispiele:
- 140 km/h statt 130 km/h → 100 €
- 170 km/h statt 130 km/h → 400 €
Zusätzlich sollen Punkte und Fahrverbote künftig stärker an der tatsächlichen Höhe des Verstoßes ausgerichtet werden.
– Standspur für Motorräder
- Für Motorrad- und Rollerfahrer besonders interessant:
- Unter bestimmten Voraussetzungen soll die Nutzung der Standspur bei starkem Verkehr oder Stau erlaubt werden.
- Die Details sind allerdings noch Gegenstand der Diskussion.
– Vereinfachung des Bußgeldsystems
Das italienische Verkehrsministerium plant eine Reduzierung der bisherigen Vielzahl unterschiedlicher Bußgeldstufen und die Sanktionen sollen künftig einfacher und transparenter sein.
- Bußgelder stärker an der tatsächlichen Gefährdung orientieren
- Überproportionale Strafzuschläge reduzieren
- die automatische Erhöhung von Bußgeldern durch die Inflation abschaffen
- Offene Bußgelder ausländischer Verkehrsteilnehmer bis zu fünf Jahre lang leichter eintreiben können
– Mehr Rechte für Betroffene
Bei Bußgeldbescheiden sollen Bürger künftig schneller Klarheit erhalten:
- Frist für die Zustellung von durch Kameras oder Blitzer erfassten Verstößen von 90 auf 30 Tage reduzieren.
- Vereinfachte Einspruchsmöglichkeiten gegen fehlerhafte Bescheide.
– Verwendung der Bußgeldeinnahmen
Das Ministerium schlägt vor:
- 70 % der Bußgelder für Maßnahmen zur Verkehrssicherheit einzusetzen
- 30 % für Kontrolle und Verwaltung zu verwenden
Radarwarner und Hinweise auf Blitzer
- Die italienische Polizei verpflichtet, viele stationäre Geschwindigkeitskontrollen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben anzukündigen.
- Die Nutzung aktiver Radarwarner kann in Italien mit hohen Geldbußen geahndet werden.
Reisende sollten deshalb die Einstellungen ihrer Navigationsgeräte prüfen.
Es gibt einige wichtige Unterschiede zwischen Deutschland und Italien.
Erlaubt
✅ Veröffentlichte Polizeikontrollen und stationäre Messstellen
✅ Navigationsgeräte, die offiziell angekündigte Gefahrenstellen oder Kontrollbereiche anzeigen
Verboten
❌ Aktive Radarwarner
❌ Geräte oder Apps, die Polizeikontrollen in Echtzeit aufspüren oder deren Messsignale empfangen
Übersicht: Häufige Bußgelder in Italien (Stand 2026)
Hinweis: Nachts (22:00 bis 7:00 Uhr) werden zahlreiche Verkehrsverstöße in Italien zusätzlich mit erhöhten Bußgeldern belegt.
| Verstoß | Bußgeld |
|---|---|
| Bis 10 km/h zu schnell | ab ca. 42 € |
| 11 bis 40 km/h zu schnell | ab ca. 173 € |
| Über 40 km/h zu schnell | ab ca. 543 € |
| Über 60 km/h zu schnell | ab ca. 845 € |
| Handy am Steuer | ab ca. 250 € |
| Rotlichtverstoß | ab ca. 170 € |
| Nicht angelegter Sicherheitsgurt | ab ca. 85 € |
| Parkverstoß | ab ca. 45 € |
| Alkohol am Steuer | ab ca. 545 € |
Fazit:
- Für Motorrad-, Roller- und Autofahrer könnte die geplante Reform die größte Änderung des italienischen Straßenverkehrsrechts seit Jahren werden.
- Besonders die Einführung eines kilometergenauen Bußgeldsystems würde Geschwindigkeitsverstöße deutlich stärker sanktionieren als bisher.
- Noch handelt es sich jedoch lediglich um einen Reformvorschlag.
Aktuelle, weitere Informationen zu diesem Thema werden wir hier veröffentlichen!
⚠️ Wichtiger redaktioneller Hinweis: ⚠️
- Die oft zitierte Regelung von „10 Euro pro km/h zu schnell auf Autobahnen“ wird in dieser MIT-Mitteilung nicht ausdrücklich genannt.
- Das Ministerium spricht offiziell lediglich von „verhältnismäßigeren Bußgeldern“ und Sanktionen, die sich stärker am tatsächlichen Risiko orientieren sollen.
- Die konkreten Beträge stammen aus den veröffentlichten Arbeitsunterlagen und Berichten italienischer Medien, nicht aus dieser Pressemitteilung des MIT selbst.
Weitere Informationen und Quellen:
📌Offizielle Quellen
- Ministero delle Infrastrutture e dei Trasporti (MIT) – Italienisches Infrastruktur- und Verkehrsministerium
- Neuer Codice della Strada: Die wichtigsten geplanten Änderungen
📌 Weitere Quellen
- Auto Motor und Sport: Italien verschärft Verkehrsgesetz
- ANSA: Änderungen am Codice della Strada in Vorbereitung
- Motor1: Neuer Codice della Strada 2026













