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The Scandic Ride 2025 (T1): Vespa Abenteuer zum Nordkapp: Von Süd nach Nord (Puttgarden – Honningsvag)

THE SCANDIC RIDE: "Hinfahrt" von Kopenhagen - Stockholm - Rovaniemi - Kirkines - Nordkapp

10.500 km Abenteuer zum Nordkapp & zurück - mit viel Schnee & Kälte - durch Schweden, Finnland und Norwegen

Ein langgehegtes Abenteuer startete am 27. April 2025 und wurde über 4 1/2 Wochen im Mai endlich Wirklichkeit. The Scandic Ride!

Solo mit der Vespa GTS 300 von Freiburg durch Skandinavien: durch Dänemark, Schweden, Finnland zum Nordkapp. Und zurück ging es entlang der norwegischen Küste, den Lofoten, und durch die Fjorde und Berge bis Oslo und weiter nach Göteborg sowie Kopenhagen.

Den Abschluss der Tour bildeten die Vespa Alp Days in Zell am See / Österreich mit einigen Touren im Rahmen des Events – u.a. traditionell über die Großglockner Hochalpenstraße und in die Dolomiten.

Am Ende des Abenteuers nach Rückkehr in Freiburg waren es rund 11.400 km und insgesamt 6 Wochen.

12 Jahre musste die Vespa “Reise” warten

Vor 12 Jahre wurde die Idee geboren, als “Therapie” eines schwierigen Krankenhaus-Aufenthaltes. Berufliche und private Termine verschoben dieses Abenteuer immer wieder.

Die über Jahre gesammelten “Must-See”-Orte & Landschaften sowie Erkenntnisse aus vielen Büchern, Reiseberichten von Motorrad-Touren durch Skandinavien und zum Nordkapp waren im Routen-Plan eingearbeitet. 

Es sollte kein “Hochrasen” werden, sondern möglichst viele Orte, Landschaften, Sehenswürdigkeiten sollten angefahren werden, um Land & Leute kennenzulernen. Daher bestand die Route aus einer Art “best-off” verschiedener Sehenswürdigkeiten und landschaftlich interessanter Streckenabschnitten.

Am Ende waren es letztlich rund 7.800 km in Skandinavien mit vielen unvergesslich schönen Eindrücken – auch einigen herausfordernden Erlebnissen. 

"Man reist nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen."

Johann Wolfgang von Goethe

The Scandic Ride 2025: Route der "Hinfahrt" von Süd nach Nord

Karte von Skandinavien mit den baltischen Länder und Russland und der blau eingezeichneten Strecke von Puttgarden über Kopenhangen, Vimmerby, Stockholm, Falun, Mora, Umea, Rovaniemi, Inari, Kirkenes, Honningsvag bis zum Nordkapp gekennzeichnet durch einen Globus und einem Pin mit der Flagge Norwegens.

The Scandic Ride von Süd nach Nord: Route, Sehenswertes, Erlebnisse ...

Von Puttgarden nach Kirkenes und an das Nordkapp

Ab Puttgarden wurde mit der Scandlines Fähre nach Rodbyhavn, Dänemark übergesetzt. Hier begann der eigentliche Scandic Ride – und endete 4 1/2 Woche später auch wieder das Vespa Abenteuer.

Von der Meerjungfrau über die Öresundbrücke nach Schweden

Über Kopenhagen, mit einem Blitzbesuch von Den Lille Havfrue (trotz “Einfahrverbot”), führte die eindrucksvolle Öresundbrücke nach Schweden. Nach einige Kilometern Autobahn, wurde auf der E23 die typisch hügelige Landschaft Südschwedens – viel Wald, speziell Birken, immer wieder Wiesen und schöne Seen -durchfahren. Über Växjö in die Provinz Småland und nach Vimmerby ging es weiter – zumeist Kilometerlang nur durch Wälder. Wie schon am Vortag, auch an diesem und dem folgendem Tag herrschten sommerliche Temperaturen von 20-25*C.

Astrid Lindgreen in Südschweden & königlicher Geburtstag in Stockholm

In Vimmerby wurde das Wohnhaus von Astrid Lindgreen, unweit davon in Katthult Michel Lönneberga und im gleichnamigen Ort Die Kinder von Büllerbü besucht. Über Linköping und Norrköping, über den Göta Kanal und durch die hügelige Seenlandschaft führte die Route zumeinst auf wenig befahrenen Straßen nach Stockholm.

Königlicher Geburtstag & Sightseeing

In Stockholm wurde der Geburtstag von König Karl Gustav öffentlich gefeiert, einen alten “Tennis-Freund” getroffen und an zwei Abenden auch ausgiebig schwedisch gefeiert. Eine Schlechtwetterfront im Norden wurde so etwas abgewartet.

Mit einem Blick in das Stockholmer Olympiastadion (1912) und die wohl weltweit erste Tennishalle “Tennispaviljongen” (1910) sowie die Kungliga Tennishallen” (1943) wurde die Tour weiter nach Uppsala und Uppsala Gamla fortgesetzt.

Immer “einsamer” & kälter gen Norden, von Elchen begleitet

Über Falun und dem Ski-Stadion mit den Ski-Sprungschanzen (“Lugnet”) wurde die Europastraße 45 erreicht, entlang des riesigen Siljan Sees (durch Einschlag eines Asteroiden entstanden), in Mora das Ziel des Vasa Laufs (Vasa Langlaufs / Vasaloppet) durchlaufen.

Teilweise bei Schneeregen ging es erst noch weiter Richtung Norden auf der E45, durch einsame Wälder, entlang von Seen nach Östersund (u.a. Ski-Stadion). Weiter gen Norden auf der E45 bis Dorotea – immer wieder am westlichen Horizont schneebedeckte Berge in Blick und auch stets begleitet von Elchen am Straßenrand. 

Werkstatt-Stopp in Umeå & eisige Küstenfahrt bis Tornio

Das Aufleuchten der Motorwarnlampe “erzwang” eine Routen-Änderung und wieder “Abdrehen” nach Osten an die Küste – nach Umeå (einzige Vespa “Werkstatt” nördlich von Stockholm). “Unheimlich” schöne Wald-Seen-Landschaft folgte der kleinen Landstraße 92 rund 210 km. Nur einen größeren Ort – Åsele – wurde rund 160 km westlich vor Umeå durchfahren und zum Tanken genutzt. Es war richtig einsam – in der ersten Stunde kam ein einziges Auto entgegen – auf der weiteren Strecke wurden es nicht viel mehr bei teilweise kaltem Nieselregen

“Fehlerlesen” bei Nordimotor – weiter der Küste entlang

Nach Fehlerlesen und Löschen bei der Vespa (“Idle Motor” ?! / besten Dank Roger) lief die Route nun wieder nordwärts auf der NR4 / E75 – entlang der Küste – von Umeå über Skellefteå, Piteå nach Luleå. Direkt an der Strecke liegend, das Skags Lighthouse in Jävre (einer der ältesten Leuchttürme Schwedens), an dem kurz angehalten wurde.

In Luleå angekommen, war das riesige Server-Zentrum von Meta das erste Ziel. Das Data Center Luleå ist das größste Serverzentrum in Europa >28.000qm. In dem Industriegebiet lässt es sicht leicht durch die dort hinführende Stromtrasse finden.

Es war sehr kalt und immer wieder waren “Aufwärm-Pausen” nötig. Dabei gab es immer wieder den kritischen Blick auf die Wettervorhersage. Ein russisches Schnee-Kälte-Tief drehte sich seit 2 Tagen nahezu auf der Stelle über Nordschweden & Nordfinnland… und sollte weitere Tage bleiben.

In Torino nach Finnland & Schneefall bei Santa Claus

Von Luleå ging es bei eisigem Wind nordöstlich an der Küste entlang bis zur schwedischen Grenzstadt Haparanda und auf finischer Seite Torino. Hier wurde die Grenze zu Finnland überquert, bevor nordwärts auf der NR4 die Weite Lapplands bei Temperaturen knapp über 0*C  folgte. Flüsse und Seen waren immer häufiger von Eis und Schnee bedeckt, immer wieder starker Schneefall und Wind waren Wegbegleiter bis nach Rovaniemi.

Artic Circle bei weihnachtlicher Musik und Schneefall

Bei Ankunft am Polarkreis / Artic Circle im Santa Claus Park nördlich von Rovaniemi war die Atmosphäre doch etwas skuril für Anfang Mai: Es schneite bei 1*C und es lief weihnachtliche Musik! (04.05.2025).
Angesichts des Wetters und der “Nebensaison” waren im Santa Claus Park nur wenige Besucher und herrschte eine mytische Atmospähre mit den Lichtern wie im Dezember.

Dick schneeüberzogene Landschaft, eisiger Wind im Norden Lapplands

Laut finischen Fernsehen war seit Jahrzehnten nicht mehr so viel Neuschnee Anfang Mai gefallen. Und die Vespa übernachtet vor dem Olympia-Skistützpunkt Santasport Rovaniemi bei nächtlichen -5*C (Wetter-Daten 04.05.2025). Durch erneutes Leuchten der Motorenwarnlampe und gefühlt schwach gewordene Batterie wurde diese im “Baumarkt” am Morgen ausgetauscht.

Nach nochmals kurzem Besuch bei Santa Claus und Überqueren des Polarkreises wurde der E75 in nördlciher Richtung gefolgt. Es ging hinein in das Schneegebiet – ab Vikajärvi durch kleinere Gebirgshöhen (sanfte Fjells) mit zunehmend höhrem Schnee am Straßenrand und geschlossene Schneedecke auf Seitenstrassen.

Bei Tankstopps wurde ich von Einheimischen kritisch oder eher irritiert (?) beäugt – auch die Polizei machte eine interessiert blickende Runde um die an der Tanksäule stehende Vespa in Sodankylä.

„Magnetic hill“ – nur schmale, schneefreie Fahrspur auf NR4 / E75

Kurz hinter Saariselkä (auch ein Skigebiet) ging es auf der NR4 / E75 “hoch” über den “Magnetic Hill”, ein rund 300 m hoher und geschichtsträchtiger Pass. Nach dem Bau in den 1940er Jahren blieben viele größere PKWs hier plötzlich mit Defekt liegen, weswegen die Straße von Einheimischen als “Magnetic Road” bezeichnet wurde (Informationen im “Magneettimäki Museum Road“).

Und genau auf diesem Straßenabschnitt war für einige Kilometer immer wieder nur eine schmale Fahrspur schneefrei, dazu ein eisig, starker Seitenwind, durch den ich nur mühsam und in langsamer Fahrt die freie Spur halten konnte.

Von der “Passhöhe” hat man einen imposanten Rundum-Blick über die Natur des Fjellgebiet Saariselkä im finnischen Teil Lapplands.

Die nächsten 25 km nach Ivalo führte die Straße durch Hügellandschaft, bevor es rund 40 km entlang des zugefrorenen riesigen Sees Juutuanvuono nach Inari an der Flussmündung des Juutuanjoki. In Inari befindet sich seit 2012 das samische Kulturzentrum Sajos, in dem auch das Samething, die parlamentarische Vertretung der Samen Finnlands, seinen Sitz hat.

120 km einsame Wildnis Lapplands – ohne Ort & Tankstelle

Nach morgendlichem Schneefall (Wetterdaten 06.05.2025) und mit vollem Tank (nächste Tankstelle in ca. 120 km Entfernung) wurde weitergefahren, erst 30 km in den Norden, dann auf die NR 92 (eine “Nebenstraße”) nach Nordosten abgebogen.

Um einen wirklich vollen Tank für diese anstehende Strecke zu haben, wurde noch 5 km weiter nach Kaamasen zur nächsten Tankstelle gefahren. Bei der laut Motorrad-Nordkapp-Fahrern teuersten Tankstelle in Finnland wurde die Vespa mit Benzin und ich mit einem heißen Kaffee “betankt”.

Zurück und nach Osten abgeworgen auf die NR92 folgte die nächsten 120 km eine unberührte Natur – die arktische Wildnis Nordlapplands. Absolute Ruhe, nur der Wind war zu hören, beim Blick in die Weite der offenen winterlichen Tundra-Landschaften – komplett schneebedeckt, ob Wiese oder See war nicht zu erkennen.

Die kompletten rund 120 km bis zur norwegischen Grenze querten immer wieder Rentiere oder begleiteten auch größere Gruppen immer wieder die Fahrt bis nach Näätämö / Neiden, nahe der Grenze zu Norwegen.

Unterwegs an der Straße begegnete man nur selten einzelnen Häusern – allerdings bunte Briefkästen standen manchmal der Straße. Häuser waren aber auch in der Ferne keine zu sehen. Nur durch einen kleinen Ort Sevettijärvi fuhr man auf der NR 92. Leider hatte dort das bei Bikern bekannte Sevetin Baari – Restaurant, Cafe & Bar – geschlossen.

Erst kurz vor der norwegischen Grenze folgte die erste Tankstelle auf der Strecke – Neste Näätämö – und ein heißer Kaffee im warmen Supermarkt wurde zum “Auftauen” dringend benötigt.

Barentsee & russische Grenze

Entlang der Fjorde der Barentsee, wurde ein kurzer Abstecher zur norwegisch-russischen Grenze, dem Grenzübergang Storskog, gemacht.

Eigentlich sollte es noch zur nordöstlichsten Landesspitze Norgwegens gehen – der Grenze Jakobselv mit der König-Oskar-II.-Kapelle. Nur ein schmaler Fluss trennt hier Norwegen von Russland. Aber durch den vielen Schnee war die Straße noch gesperrt.

So ging es direkt nach Kirkines, die nordöstlichsten Stadt Europas, erreicht. Murmansk nur 210 km entfernt, war bis zum Ukraine Krieg für Russen im unmittelbaren Grenzgebiet wohnend / lebend oder ein Touristenvisum besaßen, eine Einreise möglich. 

Mit Hurtigruten nach Honningsvåg

Sehr eisiger Wind und angesichts vorhergsagtem Neuschnee wurde von Kirkenes die Hurtigruten nach Honningsvåg genommen. So konnte ich mich 18 Stunden und eine Nacht auf dem Schiff aufwärmen (ohne Dunkelwerden) und hatte einen kurzem Landgang in Vadsø.

Zu viel Schnee – Nordkapp musste warten

Der erste Versuch zum Nordkapp “scheiterte” am Morgen nach Ankunft mit der Hurtigruten im Hafen von Honningsvåg (6:00 Uhr morgens) bei anfangs leichtem Schneefall. Die Straße wurde auf den anstehenden 35 km immer schneebedeckter, darunter Eis, was mir circa 21 km vor dem ersehnten Ziel mit einem Sturz zum Verhängnis wurde. Nur mit Mühe und komplett abgepackt, brachte ich die Vespa wieder auf 2 Räder. Den ersten Teil der Strecke fuhr ich wegen der steileren Passage ohne Gepäck. Ein netter Mann der Straßeninspektion brachte mein Gepäck zum Fusse des “Passes” an die Schranke, von wo an die Straße schneefrei war. 

Nordkapp bei Sonne und blauem Himmel am 09.05.2025

Aber am nächsten Tag schien die Sonne bereits kurz nach Mitternacht – half bei der “Schneeräumung” der Straße, die sich durch die tief verschneite hügelige Landschaft schlängelt.

Bei Sonnenschein und blauem Himmel war die Straße am Mittag erstmals 2025 komplett schneefrei (laut örtlicher Straßenwacht) und der Globus am Nordkapp wurde erreicht (09.05.2025). Der nördlichste, per Straße erreichbare Punkt Europas – 71° 10′ 21″ nördlicher Breite – war nach rund 3.950 km an 12 überwiegend kalten Etappentagen erreicht.

Angesichts des häufigen Schnee-Wetters die Tage & Wochen zuvor, hatten sich an diesem Tag noch nicht so viele Besucher und Camper auf dem Weg gemacht. Meistens kam nur in organisierter Fahrzeug-Kolonne zum Nordkapp, wenn die Straße nicht komplett gesperrt war.

Am Nordkapp kam ich mit vielen, vor allem deutschen, österreichischen und schweizer Campern, ins Gespräch, die sich um meine Vespa versammelten und mir zu diesem Abenteuer bei solch kalten, schneereichen Bedingungen “gratulierten”.

08.05.2025: Zu viel Schnee - Nordkapp musste warten

09.05.2025: Nordkapp bei Sonne und blauem Himmel erreicht

Damit war der “Traum”, mit der Vespa zum Nordkapp zu fahren, erfüllt – und somit das erste Ziel dieses Abenteuer erreicht.

Scandic Ride 2025 – Vespa Abenteuer vom Nordkapp zurück in den Süden (Teil 2)

Der Bericht von Nord nach Süd folgt als Teil 2 in Kürze…

Von Puttgarden nach Kirkenes und das Nordkapp

Ab Puttgarden mit der Scandlines Fähre nach Rodbyhavn, Dänemark – hier begann der eigentliche Scandic Ride – und endete 4 1/2 Woche später das Vespa Abenteuer.

Von der Meerjungfrau über die Öresundbrücke nach Schweden
Über Kopenhagen mit einem Blitzbesuch von Den Lille Havfrue (trotz “Einfahrverbot”) führte die eindrucksvolle Öresundbrücke nach Schweden – nach einige Kilometern Autobahn, wurde auf der E23 die typische hügelige Landschaft Südschwedens – viel Wald, speziell Birken, immer wieder Wiesen und schöne Seen durchfahren. Über Växjö in die Provinz Småland und nach Vimmerby ging es weiter. Wie schon am Vortag, auch an diesem und den folgendem Tag sommerliche Temperaturen von 20-25*C.

Astrid Lindgreen in Südschweden & königlicher Geburtstag in Stockholm
In Vimmerby wurde das Wohnhaus von Astrid Lindgreen, unweit davon
in Katthult Michel Lönneberga und Die Kinder von Büllerbü im gleichnamigen Ort besucht. Über Linköping und Norrköping, über den Gota Kanal durch die hügelige Seenlanschaft bis nach Stockholm.

Königlicher Geburtstag & Sightseeing
In Stockholm wurde der Geburtstag von König Karl Gustav öffentlich gefeiert, ein alter “Tennis-Freund” getroffen – durch Abwarten einer Schlechtwetterfront ausgiebig schwedisch gefeiert werden. Mit einem Blick in das Olympiastadion (1912) und die wohl weltweit erste Tennishalle “Tennispaviljongen” (1910) sowie die Kungliga Tennishallen” (1943) wurde weiter nach Uppsala und Uppsala Gamla getourt.

Immer “einsamer” & kälter gen Norden, von Elchen begleitet
Über Falun und der Ski-Sprungschanze-Anlage wurde die Europastraße 45 erreicht und später das Ziel des Vasa Laufs in Mora durchlaufen. Teilweise bei Schneeregen ging es erst noch weiter Richtung Norden auf der E45 – einsame Wäldern, entlang von Seen nach Östersund (Ski-Stadion), im westlichen Horizont schneebedeckte Berge, immer wieder begleitet von Elchen am Straßenrand, bis Dorotea. 

Werkstatt-Stopp in Umea & eisige Küstenfahrt bis Tornio
Das Aufleuchten der Motorwarnlampe “erzwang” eine Routen-Änderung und wieder “Abdrehen” nach Osten an die Küste – nach Umea (einige Vespa “Werkstatt” nördlich von Stockholm). Unheimlich und schöne Wald-Seen-Landschaft folgte auf 210 km der kleinen Landstraße 92. Es war richtig einsam – in der ersten Stunde kam ein einziges Auto entgegen – auf der weiteren Strecke wurden es nicht viel mehr bei teilweise bei kaltem Nieselregen

“Fehlerlesen” bei Nordimotor – der Küste entlang
Nach Fehlerlesen und Löschen bei der Vespa (“Idle Motor” ?!) lief die Route nun wieder nordwärts auf E4 – entlang der Küste – von Umea, über Skellefteå, Piteå nach Luleå. Besuch des Skags Lighthouse in Jävre (einer der ältesten Leuchtürme Schwedens) und in Lulea das riesige Server-Zentrum von Meta (Data Center Luleå ist größstes Serverzentrum in Europa >28.000qm; zu finden auch durch die dort hinführende Stromtrasse).

Immer wieder “Aufwärm-Pausen” waren nötig und der kritische Blick auf die Wettervorhersage – ein russisches Schnee-Kälte-Gebiet drehte sich seit 2 Tagen nahezu auf der Stelle über Nordschweden & Nordfinnland…und sollte weitere Tage bleiben.

In Torino nach Finnland & Schneefall bei Santa Claus
In Tornio wurde die Grenze zu Finnland überquert und die Weite Lapplands bei Temperaturen knapp über 0*C  folgte – Flüsse und Seen waren immer häufiger von Eis bedeckt, immer wieder Schneefall und starker Wind waren Wegbegleiter bis nach Rovaniemi. Bei Ankunft am Polarkreis / Artic Circle im Santa Claus Park nördlich von Rovaniemi schneite es und es lief weihnachtlicher Musik! Es war Anfang Mai (04.05.2025).

Viel Schnee, eisiger Wind im Norden Lapplands
Laut finischen Fernsehen war seit Jahrzehnten nicht mehr so viel Neuschnee Anfang Mai gefallen. Und die Vespa übernachtet vor dem Olympia-Skistützpunkt Santasport Rovaniemi bei nächtlichen -8*C. Durch erneutes Leuchten der Motorenwarnlampe und gefühlt schwach gewordene Batterie wurde diese im “Baumarkt” ausgetauscht. Nach nochmals kurzem Besuch bei Santa Claus wurde der E75 gefolgt – hinein in das Schneegebiet – ab 
Vikajärvi durch kleinere Gebirgshöhen mit zunehmendem Schnee am Straßenrand und geschlossene Schneedecke auf Seitenstrasse. Bei Tankstopps wurde kritisch oder irritiert (?) beäugt von Einheimischen – auch die Polizei machte eine Runde um die Vespa.

„Magnetic hill“ – nur schmale, schneefreie Fahrspur auf NR4 / E75
Hinter
Saariselkä (Ort mit Skigebiet) ging es auf der NR4 / E75 hoch über den “Magnetic Hill” und vorbei am höchsten Berg Finnlands (Haltitunturi, 1.324 m), für einige Kilometer immer wieder auf nur einer schmalen schneefreien Fahrspur, über Ivalo entlang dem zugefrorenen riesigen See Juutuanvuono nach Inari an der Flussmündung des Juutuanjoki.

120 km einsame Wildness Lapplands – ohne Tankstelle
Nach morgendlichen Schneefall und mit randvollem Tank (nächste Tankstelle in ca. 150 km Entfernung) wurde weitergefahren, auf der NR 92 durch die weite Wildniss Nordlapplands – eine riesige Weite, komplett schneebedeckt, ob Wiese oder See war nicht zu erkennen. Nur der Wind war zu hören, wenn man anhielt, um in diese atemberaubende wilde Natur hinneinzuhören und diese zu bestaunen. Die kompletten 120 km bis zur norwegischen Grenze querten oder begleiteten Renntiere, auch größere Gruppen, immer wieder die Fahrt bis nach Näätämö / Neiden und der Grenze nach Norwegen.

Barentsee & russische Grenze
Entlang der Fjorde der Barentsee, ein kurzer Abstecher zur Norgwisch-russischen Grenze, dem Grenzübergang Storskog, wurde Kirkines, die nordöstlichsten Stadt Europas, erreicht. Murmansk nur 210 km entfernt, war bis zum Ukraine Krieg für Russen im unmittelbaren Grenzgebiet wohnend / lebend oder ein Touristenvisum besaßen, eine Einreise möglich.

Mit Hurtigruten nach Honningsvåg
Ein sehr eisiger Wind und angesichts vorhergsagtem Neuschnee wurde von Kirkenes die Hurtigruten nach Honningsvåg genommen. 18 Stunden Aufwärmen und eine Nacht auf dem Schiff – kurzer Landgang in Vadsø.

Nordkapp bei Sonne und blauem Himmel
Der erste Versuch zum Nordkapp “scheiterte” am Morgen circa 21 km davor wegen schneebedeckter, eisige Straße und einem Sturz.
Aber am nächsten Tag war bei Sonne und blauem Himmel die Straße erstmals 2025 komplett schneefrei (laut Straßenwacht) und der Globus am Nordkapp wurde erreicht. Nur wenige Besucher waren an diesem Tag am nördlichsten, per Straße erreichbaren Punkt Europas. 

"Das ist das Angenehme am Reisen, dass auch das Gewöhnliche durch Neuheit und Überraschung das Ansehen eines Abenteuers gewinnt."

Johann Wolfgang von Goethe

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