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The Scandic Ride 2025: Vespa Abenteuer (Teil 2 – Etappe 1) – Vom Nordkapp zurück nach Süden

THE SCANDIC RIDE - von Honningsvåg nach Tromsø - mit Zwangsstop in Alta

Mit großer Vorfreude auf die vielfältigen Landschaften Norwegens wurde am 14. Tag von Honningsvåg zurück in den Süden der 2. Teil des Vespa Abenteuers gestartet. Auf rund 4.200 km warteten weites Land, Inseln, Fjorde, Berglandschaften mit schroffen Felsen und vielen Tunneln.

Von Honningsvåg zum Zwangsstop in Alta

Bei Sonnenschein und herrlichen Winterwetter – weiterhin sehr kalt – führte die Route Richtung Alta.
Nach den ersten Kilometern entlang der Küste ging es in die Tiefe – durch den beeindruckenden Nordkapptunnel. Der 6.870 Meter lange Tunnel verbindet die Insel Magerøya mit dem Festland Norwegens und beeindruckt dadurch, dass dieser unter dem Meer hindurchgeht und an tiefster Stelle 212 Meter unter Meer ist. Die größte Steigung beträgt 10 Prozent.

Danach schlängelte sich die E69 weiter – zumeist entlang der teils steilen Küste. Renntier-Gruppen waren auf den verschneiten Flächen waren immer wieder meine Begleiter.
In Olderfjord wurde auf die E6 gewechselt, die nun von der Küste entfernend führte – Richtung Hammerfest und Tromso.
Nach dem Tankstopp in Skaidi (nach rund 120 km) wartet die Weite Wildnis von Sennalandet und Børselvfjellet (Finnmark). 

Reifenpanne mitten in der „Wildnis“ Lapplands

An das Schlingern durch die längs verlaufenden Spurrillen hatte ich mich langsam gewöhnt. Plötzlich war es aber anders – viel stärker!

Mist! Plattfuß am Hinterrad – mitten in der Schnee-Landschaft (Standort der Panne) Nur Renntiere, und einzelne, entfernt zu fahrende Snowmobil-Fahrer waren zu sehen. Durch den hohen Schnee am Straßenrand musste ich leider einige Hundert Meter bis zu einer Halte-Bucht fahren.

Reifenspray und Einziehen von „Gummi-Würstchen“ – leider ohne Erfolg. Ein neuseeländischer Motorrad-Reisender – Georg -unterstützte Dankenderweise – auch ein Snowmobil-Fahrer kam zur Hilfe, wie 2 norwegische Autofahrer. Aber eine lange Schraube hatte sich genau mittig in den Refen gebohrt und die Karkasse des Reifens beschädigt – wie sich 2 Tage später herausstellte.

Eine Mischung aus Frust, Ärger und Traurigkeit – nach dem Sturz vor 2 Tagen – nun eine Reifenpanne & Abschleppwagen.

Aber die Sonne und herrliche Landschaft gab mir eine merkwürdige Entspanntheit. Vielleicht lag es an dem Gedanken – dunkel wird es dank des Polarsommers nicht (mehr) – Schneefall ist nicht angesagt; oder es war die Ausstrahlung der eindrucksvollen Natur!?

2 Stunden warten auf den „Abschlepper“

Nach 2 Stunden kam der Abschleppwagen und nach einige Zeit des Verzurrens (da keine Erfahrung mit Vespa Transport), ging es zum nächstgelegenen Ort – in das 80 km (!!) entfernte Alta – direkt zum Reifenhändler, der Samstag Nachmittag bereits geschlossen hatte.
Mit „Wehmut“ betrachtete ich die atemraubende Landschaft nun aus dem warmen Fahrzeug – der glitzernde Schnee, die vielen Renntiere – und auch 3 Seeadler auf der verschneiten Wiese sitzend – neben der Stokkedalsveien E6.

Das Wochenende wartend in Alta – Stadt der Nordlichter (1 1/2 Tage)

Den Sonntag durch Alta spazierend und voller Hoffnung auf die Tour-Fortsetzung am Montag.
Um 8:00 Uhr beim Reifenhändler gab es den 1. Schreck, man darf einen „Motorrad-Reifen“ nicht reparieren, stellte mir aber eine Arbeitsplattform zur Verfügung. Dann das Entsetzen – es wurde festgestellt, dass der Reifen nicht repariert werden kann und ein Reservereifen notwendig ist.
Aber: Woher ein 12“ Reservereifen für eine Vespa?Keine Chance auf einen neuen Reifen in Alta und Umgebung. Bestellung ca. 7-10 Tage!

Mein großes Glück: Ein Bekannter von Franz Schmalzl – Truls Hofmeister – im 200 km entfernten Tromsø, kontaktierte alle Reifenhändler rund um Tromsø und wurde fündig. 
Per Linienbus und 6 Stunden Fahrt wurde der Reifen nach Alta um 22:20 Uhr „geliefert“. Geburtstag, Ostern, Weihnachten – so fühlte es sich an.
Daaanke Truls :-) 

Mit großer Dankbarkeit und Erleichterung wurde der Reifen an nächsten Morgen montiert, das verbogene Tonrad gerichtet, und die Reise Richtung Tromsø endlich fortgesetzt.

1) Reifen für Vespa
In Alta und Umgebung keine Chance für neuen Reifen. Bestellung in Norwegen, ca. 7-10 Tage, Bestellung bei Scooter-Center oder SIP – mindestens 1 Woche… FB-Notruf in Vespa Community Norwegen – ohne Reaktion!

2) ADAC
Der ADAC hat einen großen Teil der Kosten für Abschleppen, Übernachtung (1 Nacht), Reperatur übernommen. Da die Reperatur / Ersatzbeschaffung des Reifens länger als eine Woche gedauert hätte, ware es ein Fall für ein Rücktransport des Fahrzeuges. Durch meine Eigeninitiative konnte dies abgewendet werden.

Von Alta nach Tromsø

Befreiend war das Gefühl, als es am späten Vormitag endlich weiter ging – 300 km bis Tromsø standen an (also genau die Strecke, die am Vortag der Ersatzreifen zurückgelegt hat).

Die E6 schlängelte sich anfangs entlang des „Alta Fjords“ mit Blick auf die landschaftlich eindrucksvollen schnee-weißen Bergenformationen und steilen Felsen. In Langfjordbotn querte die E6 einen Höhenzug zum nächsten Fjord, dem Kvaenangen. Kurzer Stop in Søstrangen für einen Blick auf die Strömungsstrudel – und weiter gings durch Buchten und immer entlang steiler Berghänge über Storslett bis zur Fähre in Olderdalen.
2 Stunden Wartezeit – dann wurde nach Lyngseidet übergesetzt und ein kurzes Stück auf der Fv91 bis Svensby – zur nächsten Fähre hinüber nach Breidvik- gefahren (im Tross mehrerer sportlich fahrender Trucks).

Die Straße von Breidvik (auf Fv91) bis zum Abzweig auf die E8 bei Fagnernes war überseht von größeren Löchern und Rillen – es war die schlechteste Straße der ganzen Tour. Der starke Regen zu diesem Zeitpunkt machte die Fahrt extrem anstrengend und liess mich sehr langsam fahren.

Die letzten 25 km bis Tromsø waren gut ausgebaut – beim ersten möglichen Blick auf Tromsø kam die Sonne wieder raus. Bevor es über die Tromsø Brücke nach Tromsø, der größten Stadt Nordnorwegens rund 350 Kilometer nördlich des Polarkreises ging, gab es einen Foto-Abstecher zur Eismeerkathedrale. Die evangelisch-lutherische Pfarr- und Seemannskirche symbolisiert die Wesensmerkmale der Region: Eis, Nordlicht und Polarnacht.

Nach kurzem Hotel-Checkin im Zentrum ging es direkt zu meinem „Reifen-Retter“ Truls und seiner Frau sowie 3 Dackeln, die zum leckeren Abendessen mit Stockfisch einluden.

Tromsø – die „arktische Hauptstadt“ Nordnorwegens

Am nächsten Morgen – bevor die Reise weiterging – etwas Sightseeing durch die „arktische Hauptstadt“ mit sehr schöner Innenstadt und Hafen – alles zu Fuss machbar. Entlang der Pier, der Anlegestelle der Hurtigruten, Denkmälern wie von Seefahrer Roald Amundsen, Museen (z. B. MS Polstjerna), und meist Blick auf den Storsteinen (421 m hoher Berg) und die Eismeerkathedrale.

Nächste Etappe Tromsø – Bjerkvik – Reine / Lofoten – im nächsten Bericht

"Das ist das Angenehme am Reisen, dass auch das Gewöhnliche durch Neuheit und Überraschung das Ansehen eines Abenteuers gewinnt."

Johann Wolfgang von Goethe

The Scandic Ride 2025 - von Nord nach Süd: Die Route

Karte von Skandinavien mit den baltischen Länder und Russland und der blau eingezeichneten Strecke von Puttgarden über Kopenhangen, Vimmerby, Stockholm, Falun, Mora, Umea, Rovaniemi, Inari, Kirkenes, Honningsvag bis zum Nordkapp gekennzeichnet durch einen Globus und einem Pin mit der Flagge Norwegens.

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