The Scandic Ride 2025 (T2): Vom Nordkapp zurück nach Süden (Etappe 2): Tromsø – Reine
- 14. Mai 2025
THE SCANDIC RIDE - von Tromsø über die Inseln Kvaløya, Senja ... nach Reine / Lofoten
Tromsø – arktische Hauptstadt
Tromsø gilt als die “arktische Hauptstadt”, liegt rund 350 Kilometer nördlich des Polarkreises – und ist die größte Stadt Nordnorwegens.
Es ist eine kleine, gemütliche Hafenstadt auf einer Insel, ist Uni-Stadt, hat eine sehr schöne Innenstadt und schönen Hafen mit Anlegestelle der Hurtigruten, vielen Denkmälern wie von Seefahrer Roald Amundsen, Museen (z. B. MS Polstjerna), und meist Blick auf den Storsteinen (421 m hoher Berg) und die Eismeerkathedrale. Unweit der Uni hat Tromsø sogar ein große Skisprung-Anlage – und im Hafen wartet ein Dackel auf sein Herrchen.








Tromsø – Insel Sommarøy
Am späten Vormittag wurde zur nächsten Etappe aufgebrochen und die Insel – Tromsø – am Flughafen vorbeifahrend – auf der Fv 862 verlassen. Kaum hat man sich etwas von der Stadt entfernt, war man wieder in der beeindruckender Natur der “Insel” Kvaløya – schneebedeckte Berge und weite Täler – schmale, wenig beafhrene Straße.
So führte die Fv 862 ab Nordfjordbotn entlang des Malangsfjord – immer wieder gelbe, rote, grüne kleine Häuschen, die sich teilweise mit den Bergen im Wasser spiegelten.
Kurzbesuch auf der “Sommerinsel”
Kurz vor der Fähre in Brensholmen wurde ein Abstecher auf die kleine Insel Sommarøy gemacht. Durch eine schmale Bogenbrücke (einspurig) erreicht man Sommarøy – die “Sommerinsel”, die sich durch eine malerische Landschaft mit weißen Sandstränden, türkisfarbigen Wasser und den typischen kleinen bunten Häuschen auszeichnet.
Zurück über die Bogenbrücke war nach einigen Kilometern die Fähre in Brensholmen erreicht.
Leider rund 2 1/2 Stunden warten – aber bei Sonne und warmen Temperaturen liess sich die totale Stille genießen.

























Insel Senja – Bjerkvik
Von Brensholmen ging es mit 1,5 Stunden Fährefahrt auf die Insel Senja, die zweitgrößte Insel Norwegens.
Senja, “Karibik des Nordens” – leider nur kurze Runde
Senja liegt etwa 350 km nördlich des Polarkreises und ist bekannt durch atemberaubende Landschaften mit steilen Bergen, schroffen Felsen und tiefblauen Fjorden. Senja wird oft als “Karibik des Nordens” bezeichnet.
Eigentlich war eine gemütliche Fahrt über die “Landschaftsroute Senja” auf der Fv 862 geplant, mit einer Übernachtung auf der Südseite der Insel – in Gryllefjord. Am nächsten Morgen sollte es per Fähre nach Andenes / Insel Andøya übergesetzt werden. Aber auf der Fähre wurde mitgeteilt, dass diese Fähre die nächsten drei Tage wegen Reparaturen ausser Betrieb ist.
So musste leider umgeplant werden. Statt gemütlich mit Erkundungsstopps von Botnhamn über die Fv 862 zu fahren, musste es nun zügiger sein.
Die Fahrt an der Küste von Senja, am sogenannten „Gebiss des Teufels“, ist beeindruckend durch tiefe Fjorde, Strände, steile Berghänge und viele Fischerdörfer. Dabei schlängelt sich die Straße Abhänge auf und ab, fjordein- und fjordauswärts (weitere Infos zur Fv 86 / 862).
Auf der rund 55 km langen Route von Mefjordbotn, Senjahopen, Ersfjord, Tungeneset, Steinfjord bis Straumsbotn ging es immer wieder durch schmale, teilweise einspurige Tunnel wie den Geitskartunnelen, Skalandtunnelen. Kam ein Auto oder sogar ein Truck entgegen, hiess es sich an die Wand drückend ganz schmal machen.
Ab Straumsbotn musste leider die Landschaftsroute Richtung Osten verlassen und auf der LV 86 nach Finnsnes (ca. 30 km) gefahren werden.
Von Finnsnes nach Bjervik – durch durch “Schlachtplätze” des 2. Weltkriegs
130 Kilometer standen noch an – auf der Lv 855 bis vor Bardufoss (mit großem Miltärflughafen), von dort auf der E6 durch das höher liegende “Landesinnere” – teilweise schmale Täler umringt von hohen Bergen und wieder viel Schnee & Kälte. Über Setermoen, Fossbakken, Storfossen – mit Blick auf den Gratangsbotn (am Vortrag hatte es viel gescheint) kam erreichte man ein geschichtsträchtiges Gebiet, dass bis Narvik reichte – in dem 1940 schwere Kämpfe des 2. Weltkrieges stattfanden.
Hinter Fjelldal und vor Bjervik am Ofotfjord in Øse ist eines von vielen Informationstafeln zu diesen Geschehnissen – “Monument of War Narvik 1940“.
Diese Tages-Etappe verlief mal wieder anders als geplant – rund 320 km waren es letztlich durch eindrucksvolle Natur und viel Schnee. Leider war es mehr, “Kilometer runterreißen” statt “Natur erkunden”.






















Bjerkvik – Reine / Lofoten
Das zweite Highlight-Ziel der Skandinavien-Tour stand auf dem “Programm” – die Lofoten.
Die E10 verbindet das “Festland” mit den vielen kleinen und größeren Inseln der Lofoten. Diese sind durch Tunnel und Brücken miteinander verbunden.
Die Norwegische “Landschaftsroute Lofoten” verläuft zwischen Raftsundet (im Osten) und Å (im Westen) – vorbei / durch u. a. Svolvær, Leikenes und Reine.
Die Landschaft der Lofoten reicht vom atemberaubenden offenen Meer und spitzen alpinen Berggipfeln – bei mir meist mit Schnee bedeckt und oft in Wolken – bis hin zu kreideweißen Sandstränden und kleinen Fischerdörfern.
Weitere Informationen:
Auf der E10 Richtung Westen – Denkmal zur Kriegsgeschichte
Zuerst ging es rund 60 Kilometer eher “unspannend” gegenüber dem, was auf der Tagesetappe kommen wird.
Direkt hinter Bjerkvik auf der E10 – kurzer Stopp am Denkmal zur Kriegsgeschichte. Große Tafeln beschreiben die Geschehnisse im Fjord und der Region – mit Blick auf den Ofotfjord.
Kriegsgeschichte der Region um Navrik (1940)
Narvik und die umliegende Gegend waren Schauplatz einiger der dramatischsten Ereignisse des Zweiten Weltkriegs.
Die Besetzung Nordnorwegens als Operationsbasis im Nordatlantik sowie zur Sicherung bzw. Unterbindung von Rohstofflieferungen war im Frühjahr 1940 für die Alliierten (Briten, Franzosen, Polen, Norweger) und das Deutsche Reich gleichermaßen von Bedeutung. Über den Hafen von Narvik wurde der Großteil des kriegsnotwendigen Erzes von Schweden von Kiruna / Gällivare nach Deutschland verschifft.
Nach der Landung deutscher Truppen in Narvik und Bjerkvik im Rahmen des Unternehmens “Weserübung” begann am 9. April 1940 der Kampf um Nordnorwegen.
Es fand Kämpfe bei Bjerkvik, Ankenesfjellet und Kuberg-Plateau, Gressdalen und Fossbakken und Lapphaugen stattfanden, da die Alliierten versuchten, die deutsche Eroberung zu verhindern.
Weitere Informationen:
Insel Hinnøya – “Tor” zu den Lofoten
Mit der Tjeldsund Bru, eine 1.007 m lange Hängebrücke, die das Festland mit der Insel Hinnøya verbindet, ändert sich die Landschaft.
Ab jetzt schlängelt sich die E10 über die Inseln mit den immer wieder steil aufsteigenden Gebirge der einzelnen Inseln und entlang der Fjorde.
Rund 95 Kilometer geht es über die Insel Hinnøya, durch einige Tunnel und über eindruckvolle Brücken – und dabei durch den Møysalen Nationalpark entlang der beiden Gipfel – Storsnytinden (996 m) und Nordtinden (883 m).
Die Lofoten – bestehend aus etwa 80 Inseln
Mit der Fahrt über die Raftsundetbrua erreicht man die Inseln Austvågøya und damit die Lofoten.
Entlang der E10 folgen nun landschaftlich abwechslungsreiche und faszinierende Lanschaften, gewaltige Bergformationen, weite Ebenen, schöne Buchten mit teilweise karibisch-türkisem Wasser, immer wieder die roten, gelben Holzhäuser, Fischerdörfer… Rund 50 km führt die Strecke meist direkt am Wasser entlang – bis nach Svolvær.
Die größte Stadt der Inselgruppe Lofoten, war sehr trubelig und völliger Gegensatz zur Natur drumherum. Von hier ging es schnell weiter, nur noch 25 km bis Henningsvær.






Hennigsvær – Kult durch den einzigartigen Fussballplatz
Hennigsvær wird auch “Venedig des Nordens” genannt. Das Dorf, westlich von Svolvær, liegt verteilt auf den beiden Inseln Heimøya und Hellandsøya, die über Brücken miteinander verbunden sind.
Berühmt und Kult ist der Fussballplatz – sicher eines der meist fotografierten Objekte – insbesondere mit einer Drohne.









115 km “kurven” bis Reine
Und weiter ging es – immer wieder leichter Regen oder auch einmal etwas stärker, wenn es durch die tief hängende Wolken ging. Immer wieder wechselten steile Berghänge und weite Wiesen ab – beim Blick in die Ferne wundert man sich, wo die Straße wohl weiter führen wird. Vorbei am Knutstadstranda, dem Leitebakken unweit von Leknes, durch den Nappstraumtunnelen (eng, steil, dunkel – führt unter dem Meer hindurch), vobei am Sandstrand der Skagsanden beach bei Flakstad nach Ramberg mit dem weiten Sandstrand und dem türkisen Wasser.
Nach weiteren 25 km meist entlang des Meeres war das bekannte und landschaftlich schöne Reinefjord erreicht. Die Inseln Sakrisøy, Hamnøy und Moskenesøya liegen in diesem Fjord, wobei Reine im Westen auf Moskenesøya liegt.
Berühmt und Kult ist der Fussballplatz – sicher eines der meist fotografierten Objekte – insbesondere mit einer Drohne.




















Insel-Hopping im Reinefjord (Erkundungs- / Ruhetag)
Den Reinefjord wurde zu Fuß per Insel-Hopping erkundet – leider bei Lofoten-Wetter – ständiger Wechsel von Regen, kurzer Sonne und tiefhängenden Wolken). Zudem sollte die Vespa geschont werden, so dass leider einige andere Küstenabschnitte und Dörfer nicht besucht wurden.
Durch den Schnee in den Berghöhen war das Erklimmen des berühmten Reinebringen über die 1566 Stufen nicht möglich, der ständige Wechsel von Regen und tiefhängenden Wolken.















Anita’s Sjømat – dem historischen Fisch-Restaurant
Dafür gab es eine leckere Einkehr bei Anita’s Sjømat – dem legendären Fisch-Restaurant von 1889 in Sakrisøy. Gemütlich eingerichtet, mit tollem Blick in den Fjord – und gerade gegenüber meiner “Cabin”, die auch zu Anita gehörte.
Leider ist es sehr frequentiert von Influencer:innen – auch meine Drohne flog später nicht als einzige durch den Reinefjord – trotz Sprühregens.
Von Reine nach Trondheim
Insel-Hopping im Reinefjord
Den Reinefjord wurde zu Fuß per Insel-Hopping erkundet – leider bei Lofoten-Wetter – ständiger Wechsel von Regen, kurzer Sonne und tiefhängenden Wolken). Durch den Schnee in den Berghöhen war das Erklimmen des berühmten Reinebringen über die 1566 Stufen nicht möglich. Dafür leckere Einkehr bei Anita’s Sjømat – dem legendären Fisch-Restaurant in Sakrisøy – gerade gegenüber meiner “Cabin”, die auch zu Anita gehörte.
Am nächsten Tag – ganz in der Früh um 5:00 Uhr – bei strahlendem Sonnenschein ging es von Reine 8 km zur Fähre nach Moskenes. Die Wehmut war durch das tolle Wetter sehr groß, aber die Fährverbindungen die kommenden Tage waren durch die jeweils nächtliche Ankunft in Bodø sehr unpassend.
3 Stunden Fährüberfahrt nach Bodø – Nationalfeiertag, so waren die Straßen gesäumt von vielen Familien traditionell gekleidet. Nach kurzem Abstecher zum Aspmyra-Stadion von FK Bodø / Glimt (2025 UEFA Champions League) wurden die Fahrt nach Süden fortgesetzt und die Saltstraumen, der stärkste Gezeitenstrom der Welt, angesteuert …
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Fortsetzung: Weitere Berichte über die nächsten Etappen – von Trondheim nach Puttgarden:
Bodø, Polarkreis vor Mo i Rana , Trondheim, die Atlantic-Road, Richtung Süden durch einige Fjorde (Geiranger, Hardanger, Sognefjord), über Passstraßen (u.a. Sognefjellet, höchster Pass Norwegens) – durch den Nationalpark Hardangervidda, Møsvatn Austfjell, über das Hochland von Haukelifjell und Rauland, vorbei am Gaustatoppen in Rjukan, den Skisprungschanzen von Vikersund und Holmenkollen nach Oslo sowie über Göteborg, Kopenhagen zum Ausgangspunkt Puttgarden …
"Man reist nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen."
Johann Wolfgang von Goethe




















