The Scandic Ride 2025: Vom Nordkapp zurück nach Süden (Etappe 4): Trondheim – Kristiansund – Trollstigen
- 20. Mai 2025
Etappe 4 nach Süden: Von Trondheim über die Atlantikstraße zur Trollstigen
Durch Fjordlandschaften, Unterwassertunnel und über spektakuläre Küstenstraßen
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Mehr InformationenHurtigruten am Morgen
Der Tag begann mit einer kleinen Runde durch Trondheim. Am Hafen konnte die Einfahrt eines Schiffes der Hurtigruten beobachtet werden, die seit mehr als hundert Jahren die norwegische Küste mit ihren Häfen verbindet.
Bei strahlendem Sonnenschein wurde Trondheim schließlich gegen späten Vormittag auf der E6 verlassen und kurze Zeit später auf die E39 Richtung Kristiansund / Bergen angebogen.
Die Landschaft wechselte zunächst von der historischen Stadt am Trondheimsfjord zu den sanften Hügeln, weiten grünen Wiesen und landwirtschaftlich geprägten Regionen Mittelnorwegens.
Fähre und Weltmeister-Käse in Tingvoll
Über die E39 und eine Fährverbindung ging es weiter in Richtung Nordmøre. Unterwegs wurde ein Abstecher zur Käserei Tingvollost in Torjulvågen eingelegt. Die kleine Straße in das kleine Örtchen auf der Insel führt durch saftige Wiesen und Wald, kaum Häuser, nur Bienen zu hören – ähnelt ein wenig dem Allgäu. Kein Wunder, dass man hier besten Käse herstellen kann.
Weltmeister-Käse von deutschen „Auswanderern“
Die familiengeführte Käserei wurde von der Familie Waagen aufgebaut und ist weit über Norwegen hinaus bekannt. Ihr Blauschimmelkäse „Kraftkar“ wurde 2016 bei den World Cheese Awards zum besten Käse der Welt gekürt.
Natürlich musste ich diesen Käse probieren und nutze dies als Mittagspause in der herrlichen norwegischen Frühlingssonne. In völliger Ruhe ganz allein auf der Terasse sitzend, genoss ich den Käse.
Eine ungeplante Doppelüberquerung
Zurück auf der E39 wurde versehentlich im Kreisverkehr falsch abgebogen. Beeindruckt von der imposanten Gjemnessund-Brücke, zog mich diese wohl an.
Die 1.257 Meter lange Hängebrücke überspannt den Gjemnessund und war bei ihrer Eröffnung 1992 die längste Hängebrücke Norwegens.
Bei kräftigem Seitenwind und den vergleichsweise offenen Geländern fühlte sich die Überquerung auf der Vespa durchaus respekteinflößend an. Ich war sehr froh, schnell rüber zu kommen, merkte dann erst meinen Navigationsfehler. Also musste unmittelbar gewendet werden, wodurch die Brücke gleich ein zweites Mal überquert wurde.
Durch den Freifjord unter das Meer
Hinter dem Kreisverkehr führte die Route über die Rv70 durch den Freifjordtunnel auf die Insel Frei.
Der Tunnel ist rund fünf Kilometer lang und verläuft bis zu 130 Meter unter dem Meeresspiegel durch den Freifjord. Zum Zeitpunkt seiner Eröffnung gehörte er zu den spektakulärsten Unterseetunneln Europas.
Die Landschaft wechselte nun von Fjordufern zu einer Inselwelt mit zahlreichen Schären, Buchten und kleinen Fischersiedlungen.
Kristiansund und der Blick vom Varden
Am Nachmittag wurde Kristiansund erreicht. Die Stadt verteilt sich über mehrere Inseln und gilt als eines der Zentren der norwegischen Klippfischtradition.
Nach dem Check-in erfolgte ein Spaziergang durch die Stadt. Zum Tagesabschluss wurde der Varden erklommen. Vom Aussichtspunkt – 78m über dem Meer – eröffnet sich ein weiter Blick über die Stadt, die umliegenden Inseln und den Atlantik.
Beim Essen meines Fischbrötchens kamen mir einige Möwen ziemlich nah – eine lenkte mich ab und die andere wollte sich das Brötchen stipitzen. Ich gab freiwillig etwas ab.
Durch den Atlanterhavstunnel zur Atlantikstraße
Bereits kurz nach dem morgendlichen Start folgte das nächste technische Meisterwerk.
Der Atlanterhavstunnel verbindet Kristiansund mit der Insel Averøy. Mit einer Länge von rund 5,7 Kilometern und einer Tiefe von bis zu 250 Metern unter dem Meeresspiegel zählt er zu den tiefsten Straßentunneln weltweit.
Die Landschaft wurde nun zunehmend maritimer. Kleine Inseln, Felsen, Schären und der offene Atlantik prägten das Bild. Es war wenig und man schmeckte das Salz in der Luft.
Die berühmte Atlantikstraße
Kurz darauf wurde die legendäre Atlantikstraße (Atlanterhavsveien) erreicht.
Die nur rund acht Kilometer lange Strecke verbindet mehrere kleine Inseln über Dämme und insgesamt acht Brücken miteinander. Sie zählt zu den offiziellen Norwegischen Landschaftsrouten und wird regelmäßig zu den schönsten Straßen Europas gezählt.
Besonderer Höhepunkt ist die Storseisund-Brücke, deren geschwungene Form aus bestimmten Blickwinkeln den Eindruck erweckt, die Straße würde direkt im Himmel enden. Sie ist das bekannteste Wahrzeichen dieser Straße.
Abstecher nach Bud
Ein kurzer Abstecher führte anschließend nach Bud, einem traditionsreichen Fischerdorf an der Hustadvika-Küste.
Besichtigt wurden die historische Küstenfestung Ergan Kystfort sowie der markante Leuchtturm, der als Wahrzeichen des Ortes gilt. Die Festung gehörte während des Zweiten Weltkriegs zum Atlantikwall und bietet heute einen eindrucksvollen Blick auf die raue Küstenlandschaft.
Molde und der Blick auf die Romsdalsalpen
Über die Küstenstraße ging es weiter nach Molde, der „Stadt der Rosen“.
Neben einem kurzen Blick auf das Aker Stadiondirekt am Wasser gelegen und Spielstätte des FK Molde beeindruckte vor allem das Panorama der schneebedeckten Gipfel der Romsdalsalpen auf der gegenüberliegenden Fjordseite. Dorthin ging es auch direkt weiter. Allerdings mit der Fähre nach Vestnes – statt wie ursprünglich geplant auf der Straße 64 nach Andalsnes.
Die Landschaft wechselte nun vom offenen Atlantik wieder in eine klassische norwegische Fjordkulisse.
Umleitung zur Trollstigen-Passhöhe
Eigentlich war die Anfahrt zum Trollstigen von Norden geplant. Aufgrund von Steinschlag und Felssturz war die berühmte Serpentinenstraße jedoch gesperrt.
Daher wurde die Route über die E39 und die Straße 650 nach Sylte (Valldal) verlegt. Unterwegs vor Sylte konnte ich aus der Ferne noch einen Blick auf die Hurtigruten erhaschen, die auf dem Weg in den Geiranger Fjord war.
Trollstigen – Serpentinen an der Gebirgswand
Von Sylte sind es rund 32 km auf der Norwegische Landschaftsroute Geiranger / Reichsstraße 63 zum Trollstigen hinauf zur berühmten Trollstigen-Passhöhe – Stigrøra (858 m ü.d.M.).
Erst grüne Wiesen und Bäume, teils ein schmales Tal – kilometerlang zieht sich die Straße durch die beeindruckende Landschaft, bevor sich ein weites Tal öffnet mit gewaltiger Bergkulisse ringsum. Mitte Mai noch komplett Schneebedeckt – am Fjord frühlingshaft – hier oben im Schnee doch deutlich kühler. Nach einigen Kehren erreicht man die Passhöhe des Trollstigen.
Auch wenn die berühmten elf Kehren gesperrt waren, bot die Passhöhe eindrucksvolle Ausblicke auf die umliegenden Berge, Wasserfälle und die spektakuläre alpine Hochgebirgslandschaft mit teilweise schneebedeckten Gipfeln.
Der Trollstigen ist seit Jahrhunderten eine wichtige Verbindung zwischen Valldal und Åndalsnes. Was einst als schmaler Pfad begann und später als Reitweg diente, entwickelte sich mit dem Baubeginn im Jahr 1916 zu einer der bekanntesten Bergstraßen Norwegens – Reichsstraße 63.
Teile des historischen Saumpfads sind bis heute erhalten und können noch zu Fuß erkundet werden.
Gudbrandsjuvet
Auf der Rückfahrt wurde kurz beim Gudbrandsjuvet direkt an der Reichsstraße 63. Durch einen kurzen Fussmarsch über die Fußgängerbrücke wurde die 5 Meter breite und 20-25 Meter tiefe Schlucht, die der Fluss Valldøla gegraben hat, besichtigt. Bekannt ist auch das Gudbrandsjuvet Café mit der großen Fensterfront und dem Glasboden, um in die Schlucht blicken zu können.
Übernachtung in Eidsdal
Am Abend wurde schließlich Eidsdal erreicht. Die Übernachtung erfolgte im NORD Hotel & Restaurant, nachdem sich die Hotelsuche in der Region als deutlich schwieriger erwiesen hatte als im Norden Norwegens.
Und vorab und auffällig:
Entlang der Fjorde zwischen Møre og Romsdal und Oslo vergleichsweise wenige Hotels und B&Bs verfügbar waren. Die touristische Infrastruktur scheint hier deutlich stärker auf Campingplätze, Wohnmobile und Stellplätze ausgerichtet zu sein. Gerade Mitte bis Ende Mai war die Auswahl klassischer Unterkünfte vielerorts sehr begrenzt.
Damit endete eine Etappe voller Kontraste: von modernen Unterseetunneln über die berühmte Atlantikstraße, dem Atlantik bis hin zu den spektakulären Berglandschaften rund um den Trollstigen.
Nächste Etappe: Geiranger, Sognefjellet, Aurlandfjord / Lom, Hardangarbrua, Kinsarvik
"Die norwegischen Fjorde sind von einer so gewaltigen, feierlichen Schönheit, dass sie das Herz jedes Reisenden mit Ehrfurcht erfüllen."
Kaiser Wilhelm II
Fortsetzung: Geiranger, Sognefjellet – durch den Nationalpark Hardangervidda …
Weiter Richtung Süden durch einige Fjorde (Geiranger, Hardanger, Sognefjord), über Passstraßen (u.a. Sognefjellet, höchster Pass Norwegens) – durch den Nationalpark Hardangervidda, Møsvatn Austfjell, über das Hochland von Haukelifjell und Rauland, vorbei am Gaustatoppen in Rjukan, den Skisprungschanzen von Vikersund und Holmenkollen nach Oslo sowie über Göteborg, Kopenhagen zum Ausgangspunkt Puttgarden …
Text KI-unterstützt

























































































