GIRO VESPISTICO DELLE ALPI – RSC 2019

1.000 km in 3 Etappen durch die Ostalpen

Die Legende startet neu – GIRO VESPISTICO DELLE ALPI RSC 2019

 Auf den Spuren des ersten Giro Vespistico delle Alpi 2012 wurden in drei, statt fünf Tagen 2012, über 1.000 km alle wichtigen Highlights der Giro Strecke 2012 abgefahren. Darunter die Großglockner Hochalpenstraße, Cortina d’ Ampezzo, Panoramica delle Vette, Kranjska Gora, Mangart- und Vrsic-Sattel, Nockalm Höhenstraße, Roßfeld Panoramastraße, Kitzbühel …  Wie 2012 war Start und Ziel in Zell am See – der Wiege des Giro Vespistico delle Alpi.

 

Viele Vespisti hatten Franz Schmalzl und Nicole Egger stets auf eine Wiederholung des ersten Giro 2012 angesprochen – so startete vom 6.-8. September 2019 die Erstauflage des RSC Giro 2019 (RELOADED SHORT CUT).

 

Die Erstauflage des RSC 2019 war eine Rallye mit besonderen Herausforderungen:
Rund 1.000 km über 17 bzw. 18 Alpen-Pässen oder Höhenstraßen, rund 19.000 Höhenmeter, dazu Regen, Schnee und nur wenigen trockenen Stunden innerhalb der 3 Tage.

50 Vespisti aus 5 Ländern mit überwiegend „Blech- und Schalt-Vespen“ kamen nach Zell am See und nahmen die Herausforderung an – letztlich 6 „harte“ Vespisti fuhren die gesamte, vorgegebene Strecke trotz am Ende widrigster Bedingungen.

Etappe 1: Zell am See (Österreich) – Arta Terme (Italien)

Nach Check-in und gemütlichem Beisammensein am Donnerstagabend, fiel der Startschuss zur 1. Etappe am Freitagmorgen bei Nieselregen um Punkt 9.00h. Die 1. Etappe führte über rund 362 km von Zell am See nach, Lienz, Antholz, Toblach, Cortina d’Ampezzo bis nach Arta Terme, Region Friaul-Julisch Venetien (Italien).

Die Großglockner Hochalpenstraße wurde gerade pünktlich für die ersten Vespisti geöffnet, die Mautstelle warnte vor Schnee, Schneematsch und Glätte im oberen Bereich. Gleich auf den ersten 40 km wartete daher eine erste Herausforderung für die Giroristi. Vor dem Fucher Törle (2.394 m) und später Hochtor (2.505 m – höchster Punkt des Giros) waren die Wiesen schneeweiß und bei 0°C waren die Straßen und 57 Kehren sehr glitschig. Auf der Passhöhe des Staller Sattel (2.052 m) erreichten die Vespisti Italien – bei weiter tiefenhängenden Wolken und Regen führte die Route hinter Toblach über den Col Sant Angelo (1.757 m) nach Cortina d‘ Ampezzo und wieder hinauf über den Passo Tre Croci (1.805 m) mit dessen 16 Kehren. Die Straßen waren extrem rutschig und einige Vespisti – auch Motorradfahrer – hatten leider Bodenkontakt, zum Glück nur mit leichten Schäden.

Nach den Dolomiten ging es über Auronzo di Cadore immer weiter östlich in schmalen und kurvenreichen Tälern nach Tualis. Hier folgte einer der Höhepunkte des RSC Giro 2019: die Alpenhöhenstraße Panoramica delle Vette (1.967 m).

2011 sollte der Giro d’Italia diese Höhenstraße befahren – aber am Tag vor der Überfahrt durch Fahrerstreik wegen großer Sicherheitsbedenken abgesagt!

Damit genau die richtige Herausforderung für die Giro Vespisti, diese anspruchsvolle Höhenstraße (ca. 33 km, Steigung 12-18%) mit eindrucksvoller Sicht auf die umliegende Bergwelt zu fahren –teilweise in der bereits einsetzenden Dämmerung. An der Südflanke des Monte Crostis (2.251 m) im Wald bis zur Malga Chiadinis hinauf, führt die Strecke am Piz di Mede (2.049 m) und den Gipfel des Monte Valsecca (1.967 m) vorbei, auf fast 3 km auf groben Schotter entlang steiler Abhänge.

Am Abend und bereits bei Dunkelheit erreichten fast alle Vespisti nach den letzten 13 km im Tal das erste Etappenziel Arta Terme, inmitten der Region Friaul-Julisch Venetien (Italien). Leider musste 2 Vespisti mit Defekten aufgeben.

(Etappen-Fakten: ca. 362 km, 5 Pässe, ca. 7.300 Höhenmeter)

Etappe 2: Arta Terme (Italien) – Bad Kleinkirchheim

Bei Sonnenschein starteten 48 Vespisti Richtung Slowenien auf die mit 250 km geplante Route über 6 bzw. 7 Pässe (2 Vespisti mussten mit Defekten aufgeben) von Arta Terme nach Kranjska Gora / Slowenien und dem Etappenziel Bad Kleinkirchheim in Österreich.

Von Tolmezzo bis Chiusaforte (ca. 37 km) führte die Strecke im Tal, bevor von einigen Vespisti auch der Neveasattel mit insgesamt 12 tollen Kehren und einer Passhöhe von 1.195 m Höhe befahren wurde.

Mit dem Predilpass (1.156 m) wurde die Grenze von Italien nach Slowenien überquert. Der zweit-höchste Giro-Punkt, der Mangartsattel (2.046 m) folgte. Die höchste Straße Sloweniens (Mautstraße) schlängelt sich auf schmaler Straße über 12 km bei teilweise 22% Steigung, 17 Kehren und durch 5 Tunnel in wunderschöner Landschaft nach oben. Dank der Wolkenfelder ergaben sich eindrucksvolle Gebirgsbilder.

Auf dem Weg in den Skiort Kranjska Gora stand der Vrsic-Sattel (1.611 m) auf dem Plan – 7 Kehren hinauf und 24 teilweise gepflasterte Kehren hinunter – bei Regen besonders rutschig und damit gefährlich.

Von Kranjska Gora folgten rund 90 km über den Wurzenpass (1.073 m), Bad Bleiberg und Villach bis zum Skiort Bad Kleinkirchheim über kleinere Bergkämme und Hügel, so dass alle sich auf das warme Hotel freuten. (Etappen-Fakten: ca. 243 km, 7 Pässe, ca. 4.900 Höhenmeter)

Etappe 3: Bad Kleinkirchheim – Zell am See

Die dritte und letzte Etappe führte rund 360 km mit 5 Pässen von Bad Kleinkirchheim, Obertauern, Berchtesgaden, Reit im Winkel, Kitzbühel bis in den Zielort Zell am See – bei deutlich kälteren Temperaturen und Regen ab Mittag.

Ein kalter Wind blies bei der Durch- und Überfahrt der Nockalm Höhenstraße (Maut) – insbesondere auf dem höchsten Punkt, der Eisentalhöhe (2.049 m). Auf 35 km mit den 52 Kehren schlängelt sich die Strecke um Kuppen, über Höhen und durch Senken in schönster Berglandschaft (Biosphären Park) bis Innerkrems.

Ab Innerkrems ging es weiter über den Schönfeld Sattel (1.740 m) und auf rund 20 km herrlicher Strecke mit leichten Kurven ins Tal nach St. Margarethen im Lungau.

Noch über den schneefreien Tauernpass (1.738  m) und Hochtauern, was sich am späten Abend änderte, führte die Giro Route weiter durch Täler und über einzelne kleinere Bergkämme, mit einem kleinen Schlenker ins Lammertal und Richtung Salzburg. Oberhalb von Hallein wurde das Berchtesgadener Land und Deutschland als 4. Land des RSC Giro 2019 erreicht. Bei Nebel, Nieselregen und Kälte zeigte sich die eigentlich sehenswerte Roßfeld Panoramastraße, von der es bergab nach Berchtesgaden und weiter Richtung Inzell, vorbei an der berühmten Chiemsee Biathlon Arena von Ruhpolding, bis nach Reit im Winkel gefahren wurde.

Die meisten kürzten angesichts des widrigen Wetters diesen Teil der Strecke ab – eine Gruppe von 6 unerschrockenen Vespisti hakten auch diesen Streckenabschnitt im Roadbook ab und fuhren über Kitzbühel und dem Pass Thurn (1.274 m) diese letzten 88 km bis Zell am See – immer wieder mit Blick auf mittlerweile schneebedeckte Berggipfel.

(Etappen-Fakten: ca. 369 km, 7 Pässe, rund 6.750 Höhenmeter)

Glücklich, zufrieden, aber auch etwas müde und frierend erreichten die Vespisti (5 im Besenwagen) – nach rund 1.000 unfallfreien Kilometern, 18 Pässen, rund 19.000 Höhenmetern das Ziel in Zell am See.

Auch der „Short Track“ des „großen Giro“ (ursprünglich 1.200 km in fünf Tagen) war ein großartiges Vespa Erlebnis. Durch das schlechte Wetter war es für Fahrer und Maschine eine besondere – für mich spannende – Herausforderung, 1.000 km in 3 Tagen durch die Alpen zu fahren.

Ganz lieben Dank für die Idee, die tolle Organisation und Betreuung an Franz Schmalzl & Nicole Egger. Auf die 2. Auflage des RSC Giro in 2021!

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