Swiss Curves 2018

Swiss Curves 2018
Get the Flow – JustRide

Ganz nach diesem Motto trafen sich 15 Vespisti aus Deutschland, Schweiz und Österreich in Sedrun, um die Pässe des Gotthard Massivs zu fahren. Das bedeutete: 3 Tage den Flow der Schweizer Berg- & Pässe-Welt genießen.

Swiss Curves 2018 – Etappe 1
Anreise nach Sedrun & Warmrollern

In Freiburg starteten wir – Hermann van da Loo, Martin Jermann und ich – am Freitag Morgen bei bestem Wetter in Richtung Schweiz. Um gleich richtig in den „Flow“ zu kommen, fuhren wir nach wenigen Kilometern den ersten Pass. Der Notschrei führte uns auf 1.221 m Höhe. Natürlich nichts dagegen, was in der Schweiz auf uns wartete, trotzdem ein schönes erstes Warmrollern.

Über das Wiesental ging’s bergab, in Rheinfelden über die Grenze und weiter bei Lenzburg durch den hügeligen Aargau. In Samendorf stießen zwei weitere Vespisti des Züricher Vespa Clubs – Toni Widmer und Reto Turotti – hinzu, die uns bei Schwyz und dem herrlich Vierwaldstätter See mehr und mehr den Pässe-Spaß näherbrachten. Bei heißen Temperaturen ging’s durch das Reusstal gemächlich die Gotthardstraße bergauf, bevor sich dann ab Göschenen die Gotthardstraße in Serpentinen nach Andermatt schlengelte. Über den Oberalppass – mit Blick auf den uns entgegenkommenden Glacier Express – fuhren wir den letzten Tagesabschnitt. An der Passhöhe angekommen, nach einem kurzem Fotostop und dem Einkauf von Leckereien für den Abend, schwangen wir die Serpentinen hinunter nach Sedrun – dem Tagesziel!

Eine herrliche 270 km Tour lag hinter uns, die mit leckerem Käsefondue und den restlichen Vespisti gebührend abgeschlossen wurde.

Fakten Etappe 1:

Route: Freiburg – Notschreipass (1.221 m) – Aarau – Goldau – Flüelen – Wassen – Göschenen – Andermatt – Oberalppass (2.046 m) – Sedrun
Distanz: 270 km
Aufstiege: 4.214 Höhenmeter
Höchster Pass: Oberalppass 2.046 m
Fahrzeit: rund 6:00 h

 

Swiss Curves 2018 – Etappe 2:
Get the Flow – Rund um das Gotthard Massiv

Um 9:00 h starten wir – 15 Vespisti mit Rally, Sprint, GTS und PX Gespann – bei warmen, aber wolkigem Wetter und genossen die noch leere Straße des Lukmanier-Passes.

Über den Stausee schlängelte sich der Pass recht schnell zur Passhöhe hinauf. Nach kurzem Fotostopp ging es runter ins Tessin. Vorfahrer Thomas Galle hatte noch ein Schmankerl für uns parat – den Combo Bi / Passo Muazz (1.697 m). Auf halber Abfahrt des Lukmanier bogen wir westlich ab. Der Pass – anfangs noch recht breit – wurde mit zunehmender Höhe immer schmaler. Nach einigen Rampen erreichten wir den Staudamm des Lago de Luzzone (1.609 m).

Die Besonderheit: Im Inneren der 225 m hohen Staumauer führte ein Tunnel auf die andere Staumauerseite. Gerade eine Fahrspur breit und durch eine einzige Ampel gesteuert, knatterten wir durch den Staudamm. Aber das war noch nicht alles!

Nach vielen sehr steilen und schmalen Rampen kam ein weiterer Tunnel. Dieser war gerade mal 2 m breit und hatte „naturbelassene felsige“ Wände. Zudem war er kaum ausgeleuchtet. Durch die feuchte und dunkle Röhre schlängelten wir uns auf die andere Bergseite und dem Ende des Passes entgegen. Auf halber Strecke im Tunnel dann die Herausforderung: ein entgegen kommendes Auto – nur noch wenige Zentimeter trennten uns und den Berg. Dicht an die Wand angelehnt kamen wir schließlich an dem Auto vorbei.

Weiter gings – nach der erneuten, faszinierenden Durchfahrt der beiden Tunnel fuhren wir weiter talwärts nach Biasca. Leider hatte das Wetter zugezogen und es hatte stellenweise geregnet, so dass die Straßen etwas rutschig waren.

Nun stand der Gotthardpass mit der altehrwürdigen Tremola auf dem Programm.

Einfach traumhaft die Kopfsteinpflasterstraße, auf der früher die Postkutschen den Pass bezwangen. Wir bezwangen den Pass bis zur Passhöhe auch – noch trocken.

Hinter der Passhöhe stärkten wir uns beim Picknick mit frisch gebrühtem Kaffee. Leider nur kurz, da Petrus uns eine neue Herausforderung versprach. Kaum zusammengepackt und aufgesattelt, brach ein Gewitter mit Starkregen über uns herein und machte die Abfahrt nach Andermatt und auch die Überfahrt des Oberalppasses zum besonderen Fahrvergnügen – ganz dem Motto: „Bei Sonne und Trocken kann jeder Vespisti Pässe fahren – bei Starkregen muss man seine wahren Fahrkünste zeigen“.

Zwar nass, aber sicher und glücklich erreichten wir das Ziel nach 195 km: die Berghütte Tegia Las Palas im Skigebiet und oberhalb von Sedrun. Bei Benzingesprächen und Schweizer Spezialitäten endet dieser Tourtag ganz dem Motto: Get the flow – JustRide – Just Wespa!

Fakten Etappe 2:

Route: Sedrun – Lukmanierpass (1.914 m) – Passo Muazz (1.697 m) – Biasca – Tremolastrasse – St. Gotthard-Pass (2.091 m) – Andermatt – Oberalppass – Sedrun
Distanz: 195 km
Aufstiege: 5.039 Höhenmeter
Höchster Pass: Gotthard Pass 2.091 m

 

Swiss Curves 2018 – Etappe 3:
Get the Flow 2 & Heimfahrt

Und schon hieß es Abschied nehmen. Aber zuvor gab es nochmals Kurven satt, bei atemberaubender Landschaft und Kaiserwetter.

Mit dem Furkapass und dem Grimselpass fuhren wir zum Abschluss zwei der schönsten Pässe der Alpen. Das Gewitter des Vortages hatte sich verzogen, die Sonne strahlte. So genossen wir die Serpentinen und den schönen Blick auf die Reste des Rhone-Gletscher und die Stauseen am Grimselpass.

In Innertkirchen angekommen, trennten sich dann unsere Wege. Zurück über den letzten hohen Pass – den Brünigpass (1.007 m) – ging’s über Luzern und das Aargau wieder nach Deutschland. Über die Weinberge des Markgräflerland beendete ich für mich nach 329 Tageskilometern die Swiss Curves 2018 am späten Sonntag Nachmittag in Freiburg.

Knapp 800 km in 3 Tagen mit rund 13.826 m Anstieg über 9 verschiedene Pässe ließ mich das Motto des Vespa Treffens nicht nur spüren, sondern jede Kurve, jeden Kilometer und jeden Höhenmeter mit 14 weiteren Vespisti zum Genuss werden.

Swiss Curves 2018: We‘ve got the Flow! JustRide!

Fakten Etappe 3:

Route: Sedrun – Oberalppass zum Dritten (2.046 m) – Andermatt – Furkapass (2.436 m) – Grimselpassss (2.165 m) – Innertkirchen – Brünigpass (1.007 m) – Aarau – Staffelegg (621 m) – Rheinfelden – Schliengen – Freiburg
Distanz: 329 km
Aufstieg: 4.573 Höhenmeter
Abstieg: 5.612 Höhenmeter
Höchster Pass: Furkapass
Fahrzeit: 9:20 h

 

Kern-Tour-Fakten:

3 Tage / 3 Etappen
Vespa Modell: Vespa Rally 200 (1977)
Gesamtdistanz: 794 km
Aufstiege: 13.826 m
Höchste Pass: Furkapass 2.436 m

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