stelvio

1. CORSA OTTO GTS RALLY ADVENTURE – STELVIO 2023

Stilfserjochpass, 14-17.09.2023

300 Kilometer-Achterbahn mit der Vespa GTS 300 rund ums Stilfserjoch

Erstmals fand vom 14.-17.09.2023 das CORSA OTTO GTS-Rally Adventure statt.

Für die Premiere des CORSA OTTO GTS trafen sich 20 Vespisti aus 4 Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz, Litauen) am Fuße des Stilfserjoch-Passes in Italien, um den Corso OTTO GTS Rally „Champion“ auszufahren.

Das historische Berghotel Franzenshöhe auf 2.188 m Höhe war Start- und Ziel sowie „Fahrerlager“ der beiden Rally-Tage. Der imposante Blick auf die letzten 21 Kehren bis zur Stilfserjoch-Passhöhe war beste Kulisse dafür. Allerdings: Jahreszeitengemäß verschwanden diese Kurven und auch die der anderen Pässe immer wieder in dichten Wolken. So war fahrerisches Können und auch noch mehr Mut und Konzentration gefragt. 

Rally-Serie für GTS 300 Vespas

Diese neue Rally-Serie für GTS 300 Vespas war bereits Mitte Mai am Stilfserjoch geplant, musste aber durch den späten Wintereinbruch in den Alpen auf September verschoben werden.

Auf den Spuren der Vespa Faro Basso-Piloten folgen nun jährlich die „Piloten der Neuzeit“ mit Ihren Vespa GTS 300-Maschinen. „Wir möchten mit dieser Rally-Veranstaltung auch diesen Vespisti die Möglichkeit geben, sich auf berühmten Pässen im Rally-Format untereinander zu messen“, so Ideengeber und Organisator Franz Schmalzl (Zell am See).

8er-Rundstrecke über 8 kurvenreiche Pässe

Der rund 310 Kilometer lange Achter-Rundkurs führte in Italien und Schweiz über insgesamt acht Pässe, die allesamt über 2.000 Meter ü.M. liegen. Neben dem Stilfserjochpass (2.758 m), Passo Eira (2.208 m), Passo Foscagno (2.291 m) und Forcola de Livigno (2.315 m) auf italienischer Seite waren auf Schweizer Seite Julierpass (2.284 m), Albulapass (2.312 m) sowie Bernina-Pass (2.335 m) und Ofenpass (2.149m) zu überqueren und damit rund 10.720 Höhenmeter Anstieg zu bewältigen. Je nach Tempo und Pausen lag die Rundenzeit unter den Teilnehmern zwischen 5 ½ und knapp 8 Stunden.

Start- & Zieldurchfahrt möglichst auf die 10tel-Sekunde genau  

Pünktlich um 9:00 Uhr wurde am Freitag und Samstag gestartet und der Fahrer mit der Nummer 1 ging auf die 310 Kilometer lange 8er-Runde. Jeweils in Minuten-Abständen folgten die weiteren 19 GTS-Piloten (darunter 2 Pilotinnen), die nach Durchfahren eines kurzen Parcours mit Überfahren der Startlinie ihre jeweilige vorgegebene Startzeit auf die 10stel-Sekunde genau „treffen“ mussten. Die tägliche Zieldurchfahrt beinhaltete einen etwas längeren Geschicklichkeitskurs, bei dem sich am Ende die Zeitschranke befand. Die Uhrzeit war nur bei der jeweiligen Einfahrt in den Parcours zu sehen.

Die drei Erstplatzierten der Rally-Wertung aus drei Ländern

Die Rally-Wertung der 1. CORSA OTTO GTS-Rally mit der geringsten Fehler-Punktzahl gewann Olaf H. Just (Freiburg / Deutschland), der auch die beiden Tage jeweils in kürzester Zeit absolvierte. Die Plätze 2 und 3 belegten Christian Möslinger (Wien / Österreich) und Evaldas Markunas (Vilnius / Litauen). Die Damen-Wertung sicherte sich Beatrix Hofbauer (Gänserndorf / Österreich) und den Sonderwettbewerb CORSA OTTO-Slow Race, René Voglsinger (Wien / Österreich).

Die historische und berühmte Stilfserjoch Passstraße

Die kurvenreiche Stilfserjoch Passstraße ist mit 2.758 m Höhe die höchste Passstraße Italiens und gilt mit ihren 48 Kehren auf Südtiroler Seite als eine der imposantesten und kurvigsten Straßen der Welt. Die 49 km lange „Königin der Alpenstraßen“ von Bormio nach Prad wurde zwischen 1820 und 1825 unter widrigen Umständen in Rekordzeit fertiggestellt und ist für jeden Zweirad-Fahrer ein großer Kurven-Spaß und immer eine große Herausforderung.

2024 rundum die Sella Ronda / Dolomiten / Italien

Die 2. Auflage des CORSA OTTO GTS-Rally Adventure findet im nächsten Jahr vom 18.-19.05.2024 rund um die Sella Ronda in den Dolomiten / Italien statt. Weitere Informationen unter www.corsaotto.it.

1. CORSO OTTO Faro Basso Race Days – Stelvio 2022

Stilfserjochpass, 17.07.2022

Achter-Bahn-Fahrt – JustRide it

8er-Rundstrecke über 180 Kilometer mit 8 Passüberquerungen

Auf historischen Spuren fanden vom 14.-17.07.2022 die 1. CORSA OTTO Faro Basso Race Days am und rund um Stilfserjoch statt.

30 Vespisti aus 5 Ländern (Belgien, Deutschland, Italien, Österreich, Schweiz) nahmen die Herausforderung für Mensch und Maschine an, um an 2 Tagen eine 180 Kilometer lange 8er Runde über und rund um den Stilfserjoch Pass zu fahren und dabei jeweils 8 Passhöhen zu überqueren und rund 5.250 Höhenmeter Anstieg zu bewältigen.

Die kurvenreiche Stilfserjoch Passstraße ist mit 2.758 m Höhe die höchste Passstraße Italiens und gilt mit ihren 48 Kehren auf Südtiroler Seite als eine der imposantesten und kurvigsten Straßen der Welt. Unter Zweiradfahrern ist es der „König der Alpenpässe“.

Start & Ziel unterhalb der Stilfserjoch-Passhöhe

Für die Premiere des CORSA OTTO war das historische Berghotel Franzenshöhe auf 2.188 m Höhe Start- und Ziel sowie „Fahrerlager“ der beiden Rally-Tage. Der imposante Blick auf die letzten 21 Kehren bis zur Stilfserjoch-Passhöhe war beste Kulisse.  

Start möglichst auf die 100stel-Sekunde genau  

Pünktlich um 9:00 Uhr wurde am Freitag gestartet und der Fahrer mit der Nummer 1 ging auf die 180 Kilometer lange 8er-Runde. Jeweils in Minuten-Abständen folgten die weiteren 29 Rohrlenkerfahrer*innen (darunter auch 2 Damen), die auf die 100stel-Sekunde genau mit Überfahren der Startlinie ihre jeweilige vorgegebene Startzeit treffen mussten.

Landschaftliche & fahrerisch schöne und kurvenreiche Rundstrecke

Die vorgegebene Rundstrecke führte anfangs gleich hinauf über die Stilfserjoch-Passhöhe und rund 22 Kilometer hinunter nach Bormio. Nach kurzer Taldurchfahrt ging wieder hoch und hinüber nach Livigno. Dazu mussten zwei 2.000er Pässe bewältig werden – den Passo Foscagno (2.291 m) sowie direkt dahinter den Passo Eira (2.208 m).

Vorbei am schönen Livigno und dem Lago di Livigno wurde die Grenze zur Schweiz passiert und der La Schera Tunnel (Länge 3.300m) durchfahren – der westlichste Streckenpunkt war erreicht.

Die 23 Kilometer über den vergleichbar „unspektakulären“ Ofenpass (2.149 m) ließen sich schnell bewältigen, bevor der 13 Kilometer lange und mit 33 Kurven geführte Umbrailpass (2.503 m) in Angriff genommen wurde. Nach Rückkehr nach Italien schloss sich nach weiteren wenigen Kehren hinauf zur Passhöhe des Stilfserjoch der erste Kreis der „8“.

 48 Kehren bei rund 7,5 % Gefälle auf 25 Kilometer und 1.845 Höhenmetern

Die Talabfahrt auf der Stilfserjoch Passtraße nach Prad war der Start in den 2. Teil der „8“ – und sicherlich das Highlight und die größte Herausforderung des 1. Tages.

Über 25 Kilometern „stürzten“ sich die Rohrlenkerfahrer*innen talabwärts über die eindrucksvollen 48 Kehren und rund 1.845 Höhenmetern nach Prad – allerdings immer mit Bedacht. Wegen der Enge der Kehren, aber vor allem auch wegen der Gefahr des „Glasierens“ der Bremsbeläge war besondere Obacht geboten.

Bei hitzigen Temperaturen im Vinschgauer Tal wurden ab Prad und Glurns die letzten Anstiege und Höhenmeter in Angriff genommen. Zum zweiten Mal führte die Strecke ab Santa Maria die insgesamt 15 Kilometer hinauf über den Umbrailpass zur Stilfserjoch Passhöhe, so dass sich die „8“ schloss.

Mit Blick auf den Ortler und den Start- und Zielort, das Berghotel Franzenshöhe, durchfuhren alle Vespisti nach den letzten 22 Kehren die Zeitmessung und setzen nach 180 Kilometern mit ca. 5.520 Höhenmetern und rund 6-7 Stunden Fahrzeit die Gesamtzeit für den nächsten Tag.

Am 2. Tag im Gegenuhrzeigerrichtung rundum das Stilfserjoch

Wieder ab 9:00 Uhr wurde die 2. Rally-Runde in Angriff genommen – wieder möglichst auf die 100stel-Sekunde genau. Nun führte die 8er Runde im Gegenuhrzeigerrichtung:  

Stilfserjoch – Umbrailpass – Prad – Stilfserjoch – Umbrailpass – Ofenpass – Livigno – Passo Eira / Passo Foscagno – Bormio – Stilfserjoch – Ziel / Berghotel Franzenshöhe.

Der Sieger der Rally-Wertung aus Italien / der Schnellste aus Deutschland

Bei der anschließenden Siegerehrung wurden alle Teilnehmer*innen von Franz Schmalzl und Nicole Egger geehrt, die diese Herausforderung angenommen haben – auch die 4 Vespisti, die leider mit Defekt aufgeben mussten.

Einige haben diese beiden Rally-Tage aber besonders schnell und in „exakter Zeit“ absolviert.

Der Sieger der Rally-Wertung kam aus Italien vom Vespa Club Arezzo, Mario Ricci. Der Fahrer mit der schnellstens Zeit an beiden Tagen war Thomas Knickmeier von der Hoffmann Rennstaffel / Deutschland.

 Im nächsten Jahr rundum die Sella Ronda / Dolomiten

Die 2. Auflage der CORSA OTTO Faro Basso Race Days findet im nächsten Jahr vom 14.-15.07.2023 rund um die Sella Ronda in den Dolomiten / Italien statt. Die weiteren Events sind in Andermatt / Schweiz 2024, Val d’Isere / Frankreich 2025 und Zell am See / Österreich 2026.

Weitere Informationen unter www.corsaotto.it.

AlpCross Ötztal-Trentino-Stelvio Ride 2019

JustAlpCross 2019

„Vater-Sohn-Vespa-AlpCross-Tour“ – Ötztal-Trentino-Runde

Wenn der Vater mit dem Sohne auf einer PX 200 (Baujahr 1983) für 3 Tage auf Tour geht.

Etappe 1:

Am Mittag ging es los – von Haiming ins Ötztal und hinauf zum Timmelsjoch-Pass. Bester Sonnenschein, aber Gewitterwolken ringsum. Anfangs ging es gemächlich hinauf – erst hinter Sölden wurde die Straße steiler, ab Obergurgl folgten dann auch einige Kehren bis zum Motorradmuseum und der Mautstelle. Nach 55 km und kurzer Foto- und Trinkpause ging es weiter zur Passhöhe. Nur noch ganz wenige Schneereste waren an der Straße zu sehen, nachdem der Pass wegen des vielen Schnees doch erst Mitte Juni geöffnet wurde!

Herrlich führte die Strecke durch das lange Tal auf die Passhöhe, die mit 2.509 m Höhe der 7. höchste Alpenpass ist. Zugleich befindet sich hier die Grenze Österreich – Italien.
Wir genossen den tollen Ausblick in die Bergwelt und nach Italien – und stürzen uns nach kurzer Besichtigung des Museums ins Tal nach St. Leonhard in Passeier. Eine ganz andere Strecke erwartete uns – engere Straße, Tunnel, viele Kehren und lange, scharfe Kurven! Fahrfreude pur!

Ab St. Leonhard in Passeier führte uns die SS44 durch ein herrliches Tal mit Apfelplantagen und Wein nach Meran. Die Gewitterwolken waren verzogen, so dass wir noch den Gampen-Pass (1.518 m) nach Fondo/Trentino als Etappenziel in Angriff nahmen. Auch hier Fahrspaß pur auf dem Weg nach oben – dazu immer wieder ein toller Blick ins Tal. Auch die Fahrt hinunter nach Fondo machte Spaß – lange breite Kurven durch einen lichten Wald mit Blick ins Trentino.

Übernachtung im Hotel La Montanina/Malosco mit tollem Talblick – so dass wir bestens das abendliche Gewitter beobachten konnten.

Nach 165 km füllten wir unsere Reserven mit Pizza und Bierchen für den 2. Etappentag auf.

Strecke: Haiming – Sölden – Timmelsjoch – Pass St. Leonhard in Passeier – Meran – Gampenpass – Fondo/Malosco

Etappe 2:

Mit Sonnenschein starteten wir um 8:00 h Richtung Gavia-Pass – durch die schönen Apfelplantagen und über die tollen kurvenreichen Straßen am Lago di Santa Guistina vorbei. In Ossana dann Tankstop und Wetter-Check, denn es wurde in unserer Zielrichtung immer dunkler! Laut Wetter-Online hatte sich vom Gardasee (St. Moritz) bis Bormio eine riesige Gewitterfront gebildet, die natürlich auch über den Gavia-Pass mit 2.621 m Höhe hing.

Aber es blieb uns nichts anderes übrig – bis in den späten Nachmittag wollten wir nicht warten. Also fuhren wir noch über den Passo del Tonale (1.884 m) und zogen uns den Regenanzug an.

Auf dem Weg ins Tal nach Ponte di Legno war es noch trocken – aber es wurde immer dunkler. Unten im Tal angekommen, ging es dann steil hinauf, auf dem für viele wohl schönsten Alpen-Pass – dem Gavia-Pass. Die Straße war sehr steil und schmal – es braucht Ausweichstellen, damit sich Autos überholen können. Die ersten Kehren führten uns im Wald nach oben, bevor dann die Landschaft felsiger wurde und sich öffnete.

Genau in diesem Moment öffnete sich dann auch der Himmel und so begleiteten uns Regen, Donner und Blitze auf die Passhöhe. Aber wir waren nicht allein – Motorrad- und Radfahrer quälten sich trotz ungemütlichem Wetter, teilweise mit Bächen und Geröll auf der Straße nach oben. Es wurde merklich kühler – von Anfangs 25 Grad im Trentino hatte es nun auf Passhöhe unter 10 Grad. Trotz oder gerade wegen der schlechten Bedingungen freuten wir uns umso mehr, den 6. höchsten Alpenpass (2.621 m) mit unserer „alten“ PX erklommen zu haben. Mit Kaffee und bester Gulaschsuppe stärkten wir uns und hofften auf besseres Wetter.

Naja, es wurde besser, aber erst auf den letzten Metern der Abfahrt nach Santa Caterina trocken. Auf der Abfahrt wollte der Motor plötzlich nicht mehr – ging im 2. oder 3. Gang einfach aus (Benzin war genug da). Ein Tausch der Zündkerze (ich hatte noch die für Hitze kältere Version drin) behob sofort das Problem und wir kamen zügig in Bormio, unserem Etappenziel an.

Da wir noch nicht genug von Kurven hatten und nun sogar die Sonne schien, nahmen wir die in der Nähe Bormios liegenden Torri di Fraele in Angriff. Kurvenfahren pur – nach einigen Kilometern führten dann 18 Kehren und 2 Tunnel hinauf zum Turm, mit tollem Blick ins Tal von Bormio und einem Stausee (kostet jedoch sog. „Parkplatz“ Gebühren, um dort hinzukommen). Die Strecke ist recht breit gebaut, da hier wohl die Baufahrzeuge für den Bau der Staumauer hochfuhren.

Nachdem wir uns wieder die Kehren hinunter geschwungen hatten, freuten wir uns nach 172 km auf Bormio – einen Spaziergang durch die schöne Stadt, ein leckeres Gelato, ein leckeres Bier in der Sonne – und später Pasta, Pizza … 🙂

Strecke: Fondo – Ossana – Passo de Tonale (1.884 m) – Ponte di Legno – Gavia-Pass (2.621 m) – Bormio – Torre di Fraele – Bormio

Etappe 3:

Schon früh um 7:20 h starteten wir in Bormio, um den Pass der Pässe – dem Stilfserjoch-Pass – zu erklimmen. Je früher man hier fährt, desto mehr kann man die Strecke „alleine“ genießen und von Bormio aus dem Sonnen-Aufgang entgegenfahren. Einfach herrlich, die Kurven, Tunnel – die gesamte Landschaft… auch die Murmeltiere, die einem immer wieder über den Weg laufen.

Wir machten noch einen kurzen Abstecher in die Schweiz – und nahmen dann den Umbrail-Pass.

Das obligatorische Foto am Passschild  musste natürlich gemacht werden. Wir genossen den morgendlichen Blick – auf dem Pass, hinab nach Prad – an einer etwas abgelegeneren Stelle. Es zogen noch einige Wolkenschwaden über dem Pass nach oben, was den Anblick der Kehren noch mystischer machte.

Nach einem netten Gespräch mit einem Fotografen der ortansässigen Zeitung, der später ein tolles Foto mit seinem großen Objektiv von uns in einer der Kehren machte, fuhren wir hinab in den Vinschgau und ab Stilfs nördlich Richtungen Reschensee und Reschenpass (1.504 m). Nachdem die Straße hoch zum Stilfserjoch noch leer war, schlängelten sich die Radfahrer, Motorräder und Autos nun uns entgegen nach oben – was teilweise auch für uns durch die Überholmanöver nicht ungefährlich war.

Auch die Transitstrecke des Reschenpass war stark befahren. Nach dem obligatorischen Foto vor der im See stehenden Kirche, ging es über den Reschen-Passhöhe und zurück nach Österreich – das letzte Teilstück unserer Tour zurück ins Ötztal folgte.

Um bei Zoll (vor Landeck) den mautpflichtigen Landecker Tunnel zu umfahren, fuhren wir unseren letzten Pass: vom Zoll hinüber ins Pitztal nach Wenns. Herrliche Kehren nahezu alleine durch den Wald hinauf und auch wieder hinunter. In Königskapelle im Tal angekommen, bogen wir auf die Tiroler Straße (171) ab und düsten die letzten Kilometer der insgesamt 149 km zurück am Inn entlang zu unserem Ausgangpunkt nach Haiming zurück.

So endete unsere „Vater-Sohn-Vespa-AlpCross-Tour“ nach insgesamt 486 km durch 3 Länder mit 3 der 7 höchsten Alpenpässen bzw. mit dem Umbrailpass 4 der 9 höchsten Alpenpässen.

Strecke: Bormio – Stilfserjoch-Pass – Umbrail-Pass (Abstecher zur Passhöhe) – Stilfs – Reschensee/Reschenpass – Zoll – Wenns – Haiming

Tour-Fakten:

Gesamtstrecke: 486 km

Pässe: 8 Pässe, darunter Timmelsjoch-Pass (2.509 m), Gampen-Pass (1.518 m), Passo del Tonale (1.884 m), Gavia-Pass (2.621 m), Stilfserjoch-Pass (2.758 m), Reschenpass (1.504 m)

Vespa: PX 200 / Baujahr 1983

JustVespa Alp-Cross Swiss & Italian Alpes 2016

 

JustRide & Rock the Swiss & Italian Alpes

JustWespa Alp-Cross vom Schwarzwald in die Schweizer & italienischen Alpen

 

 

 

 

 

 

 

Etappe Tag 1: Freiburg – Sustenpass – Furkapass – Oberalppass – Thusis

Um 6:20 Uhr startet der Motor – um 6.25 Uhr ging’s los. Und gleich bergauf den Notschrei Pass (1.121 m) im Schwarzwald hoch und über Todtnau, das Wiesental entlang. In Bad Säckingen ging’s über den Rhein in die Schweiz. Über den Boxberg Pass (623 m) – Brugg, Bremgarten, in der Ferne kamen die schneebedeckten alpinen Berge immer näher… Zug – entlang des schönen Zuger Sees – Schwyz – dem Vierwaldstätter See – nach Erstfeld. Nun waren die Berge direkt vor mir und nach wenigen Kilometern ging es rechts ab – zum 1. großen Pass über 2.000 m.

Nach rund 215 km begann ab Wassen endlich der Kurven-Spaß, der erste 2.000er Pass stand an. Der Sustenspass (2.260 m) machte gleich über 45 km mit 23 Kehren umringt von atemberaubender Landschaft, Blick auf schneebedeckte Gipfel und Gletscher, mächtig Spaß. Es ging gleich weiter mit 30 Kehren auf 16 km über den Grimselpass – entlang der Stauseen hinauf und mit dem gigantischen Blick auf dem Furkapass und dem Rest des Rhöne-Gletschers hinab.

Der Grimselpass – für mich heute mit den vielen Seen und dem Blick auf den Rhonegletscher sicher der eindrucksvollste Pass. 

Auch bei der Auffahrt des Furkapasses (2.436 m) von Gletsch hat man die ganze Zeit der Blick auf den Rhöne-Gletscher – gigantisch und bedenklich angesichts der starken Schmelze des Gletschers.
Nach der langen, kurvigen und teilweise engen Abfahrt und insgesamt 30 Kehren konnte ich mir die Gotthard Passhöhe nicht entgehen lassen und bog nach 325 km in Hospital noch nach oben ab.
Ab diesem Zeitpunkt änderte sich das Wetter rapide – Wolken zogen ein und teilweise stürmischer Wind blies…
Einheimische rieten mir schnellstens in den Osten zu fahren, um die Gewitterfront für heute zu entgehen. Also „stürzte“ ich mich zurück ins Tal und ab Andermatt über den Oberalppass wieder hinauf – über den letzten 2.000er Pass des Tages. Durch Glück hatte ich das Vergnügen die Matterhorn-Gotthard Bahn ein kurzes Stück zu begleiten – bis diese an der Passhöhe im Tunnel verschwand.

Mit dunklen Wolken im Nacken führte mich der Pass mit herrlichen Kurven und nach 24 Kehren nach Disentis. Die heftig aufkommenden Orkanwinde machten die Fahrt das Vorderrhein Tal hinunter über Laax / Flims sehr unruhig. Nach 448 km und rund 11:45 h erreichte ich mit den ersten Regentropfen Thusis; und statt Campingplatz ging es ab ins nächste freie Hotel.

Etappen Fakten Tag 1:
Distanz: 448,7 km
Fahrzeit: 11.45 h
Pässe: 6 – 4 Pässe > 2.000 m
Höhenmeter: 8.807 m

 

Tag 2 / Day 2: Thusis – Sa. Bernadino – Splügenpass – Beninapass – Livigno

Die ganze Nacht hatte es geregnet und am Morgen hingen zwar noch Wolken oben in den Bergen, aber es war trocken – noch, denn die Prognose war Starkregen ab Mittag auf den geplanten 230km nach Livigno. Der Start war etwas beschwerlich, da durch einen Großbrand in Thusis Zentrum die beiden einzigen Straßen Richtung San Bernardino gesperrt waren. So musste ich nach kurzer Rücksprache mit einer netten Polizistin ein kurzes Stück Autobahn (ohne Vignette) fahren.

Über die eindrucksvolle Viamala Schlucht, die der Rhein in den Felsen geformt hat, ging es nach Splügen. Da der Sankt Bernardino Pass so nah war, konnte ich die Lust auf die Serpentinen nicht widerstehen. Die Pass-Straße schlängelte sich in kurzen Rampen den Berg hinauf zum See und dem Ospizio S. Bernardino auf 2.056 m.

 Da die heutige Tour Richtung St. Moritz und Livigno war, kehrte ich kurz hinter der Passhöhe mit Blick ins Tessin um, fuhr zurück nach Splügen, um hier den Splügenpass Richtung Italien zu fahren.

Das Wetter wurde deutlich schlechter – trotzdem vor St. Moritz links noch einen Abstecher zum Julierpass und auf die Passhöhe von 2.284 m. Ab hier regnete es und die Tour wurde verkürzt. Statt noch runter nach Tiefencastel und über den Albulapass zurück nach St. Moritz zu fahren, wurde kehrt gemacht und St. Moritz direkt angesteuert.

Unterwegs stürmte und es hagelte sogar. Daher wurde eine Tankstelle in St. Moritz für eine längere Pause genutzt und sich mit Zweirad-Kollegen intensiv für die jeweilige Tour und vor allem die Wetterprognose ausgetauscht.

Als das Wetterradar etwas Besserung zeigte, startete ich Richtung Livigno über die letzten beide Pässe des Tages. Leider wurde der Regen kurz vor der Berninapasshöhe (2.328 m) stärker und änderte sich auch auf dem kurz danach folgenden Grenzübertritt nach Italien nicht. So war leider kein Blick für die schönen Seen mit der Wasserscheide Schwarzes Meer / Adria und die Bernina Gletscher mit dem Piz Bernina (4.049 m). Noch 23km über den Forcola di Livigno (2.315 m) und dann talabwärts auf teilweise leicht gefluteten Straßenabschnitten nach Livigno. Völlig durchnässt erreichte ich nach 233 km die Bed & Breakfast Unterkunft am Ortsanfang – mit einem Wäschetrockner für meine nassen Klamotten.

 

 

 

 

Trotz Regen wieder eine tolle Fahrt mit viel Spaß & schönen Landschaftseindrücken.

 

 Etappen Fakten Tag 2:
Route: Thusis (Switzerland) – Livigno (Italy)
Distanz: 233 km
Fahrzeit: 8:04 h / 40 min Regenstopp
6 Pässe: S.Bernardino 2.065 m, Splügen 2.113 m, Maloja 1.815 m, Julier 2.284 m, Bernina 2.328 m, Forcala di Livigno 2.315 m
Höhenmeter: 5.453 m
Höchster Punkt: Berninapass 2.328 m

 

 

Tag 3 : Livorno – Stilfserjoch – Fluelapass – Wildhaus

Angesichts der erneut schlechten Wetterprognose und der Vorhersage von Dauerregen ab Mittag (13:00 Uhr), startete ich ohne Frühstück und Kaffee bereits am Morgen um 6:30 Uhr zur Königsetappe mit rund 305 km.

Die Wolken hingen sehr tief und es ist kalt geworden, nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte.

Direkt ging es im dichten Nebel, leichtem Nieselregen und unangenehmer Kälte von 5° (es war Juli!!) über die ersten beiden Pässe – Passo d‘ Eira (2.208 m) und Passo di Foscagno (2.291 m) – 39 km mit 11 Kehren nach Bormio.
Nur wenige Meter hinter der Passhöhe – die Wolken rissen plötzlich auf und die Sonne und ein atemberaubendes Tal wurde sichtbar. Mythisch und ein richtiges Wow-Gefühl stellte sich ein! Das Fieren auf den ersten Kilometern und das am Vortag war sofort vergessen.

 

Eine längere Abfahrt führte mich nach Bormio. Hier ging es nun hoch zum für mich schönsten Pass und König der Alpenpässe – dem  Stilfserjoch!
Es war erst 7:30 Uhr, keine „Menschenseele“ auf den kommenden 22 km Anstieg, Serpentinen, Tunnel bis sich ein riesiges Tal öffnet und man im Hintergrund die Passhöhe des Stilfserjoch sehen kann. Zuvor aber noch ein kurzer Abstecher zur Passhöhe des Umbrailpass und einige Meter Fahrt in der Schweiz.

Die letzten 2 km und wenigen Kurven zur Passhöhe des Stilfserjoch auf 2.757 m Höhe waren schnell gefahren. Es ist der zweithöchste asphaltierte Alpenpass (knapp hinter dem Col d’Iseran 2.764 m).

Glücklich genoss ich den sonnigen Blick ins Tal und auf den Ortler – trank einen Espresso mit einem polnischen Motorrad-Fahrer… Leider kündigte der Wetterbericht ab Mittag wieder eine Regenfront an – sogar Schnee auf unter 2.000 m. Daher musste ich mich sputen und fuhr um 9:00 Uhr startend rasch hinunter – genoss aber jede Kurve und immer wieder den schönen Blick auf das Ortler-Massiv.

In Prad im Tal nach 54 km und 82 Kehren angekommen, führte die Strecke zum Reschensee. Kurzer Fotostopp vor der aus dem See herausragenden Kirchturms – und schnell weiter.

 

Die Wolken zogen mit starkem Wind bedrohlich zu – starke Winde kamen auf begleiteten mich weiter über den Reschenpass (1.504 m) nach Österreich. Kurze Schrecksekunde hinter Nauders, als der Motor plötzlich zu stottern anfing und aus ging. Kurze Überprüfung, Tank war voll, Zündkerze getauscht … und zum Glück lebte der Motor dann wieder auf!

Von Österreich in die Schweiz zurück – rund 50 Kilometer durch das Inn-Tal im Unterengadin bis nach Susch. Leider öffnet auf diesem Abschnitt der Himmel schon seine „Tore“, es fing an zu regnen – und das bis zu meinem späteren Etappenziel.

Der Flüelapass mit 27 km, 17 Kehren und der Passhöhe von 2.383 m stand nun an und ich war gespannt, ob mich oben der angesagte Schnee erwartete. Zum Glück nicht, aber auf dem Stilfserjoch schneite es am Nachmittag, Abend und Nacht, so dass die Passhöhe am Folgetag eine Schneedecke hatte.

Die Wolken hingen tief und die Temperaturen sanken, je höher ich den Pass fuhr. Im Regen und Nebel völlig durchnässt erreichte ich die Flüelapasshöhe auf 2.383 m.

Im Nebel und Regen und völlig durchnässt erreichte ich die letzte Passhöhe über 2.000 m – Flüelapasshöhe liegt bei 2.383 m.

Kurzer Espresso und etwas Wärme, eine Mülltüte unter die Jacke gezogen, bevor ich auf glitschiger Straße und mit wenig Sicht hinunter nach Davos fuhr – mit der Hoffnung auf besseres, wärmeres Wetter… War aber nicht so! Der Regen blieb und wurde phasenweise stärker, so dass ich mir hinter Klosters einen zusätzlichen Regenoverall kaufte und „mich trocken legte“. Nachdem ich noch durch Lichtenstein (dem 5. Land der Tour) und Vaduz fuhr, begann meine Suche nach einer warmen, trockenen Unterkunft.

Leider war das nicht so einfach, denn die Hotels der gesamten Gegend waren ausgebucht oder extrem teuer. Einzig in Waldhaus fand ich eine Unterkunft zum vernünftigen Preis.

Was mir nicht bewusst war – das Hotel lag auf einem Berg und auf einer Passhöhe von 1.090 m – in Waldhaus (Toggenburg / CH). Es frierte mich extrem auf den letzten der 308 Tageskilometer, so dass ich nach Check-in schnellstens in die Hotel-Sauna verschwand…

Etappen Fakten Tag 3:

Route: Livigno (Italy) – Bormiao – Reschenpass – Davos – Wildhaus (Switzerland)
Distanz: 307,4 km
Fahrzeit: 10.30 h / mit mehrere Pausen: Motor-Check, Regen…
8 Pässe: Pso. d. Eira (2.208 m), Pso. di Foscagno (2.291 m), Umbrail (2.501 m – vom Stilfserjoch angefahren), Stiflserjoch (2.757 m), Reschen(1.507 m), Finsternünz (1.188 m), Flüela (2.383 m), Wildhaus (1.090 m)
Höhenmeter: 6.941 m
4 Länder: Italien Austria, Lichtenstein, Schweiz
Höchster Punkt : Stilfserjoch 2.757 m

Etappe 4: Wildhaus – Feldberg – Freiburg

Da bis Mittag Regen angesagt war, wurde die letzte Etappe verkürzt, Appenzeller Land und Säntis wurden gestrichen, stattdessen Freiburg auf direktem Weg angesteuert.
Im strömenden Regen bei nur 4° startete ich gut eingepackt in Wildhaus / Toggenburg, dem Heimatort des „goldigen“ Skispringers Simon Ammann.

Über Frauenfeld und weiter nach Schaffhausen zu den Rheinfällen führte die Strecke. War der Rhein bei Etappe bei Disentis und Splügen 1 & 2 noch ein kleiner „Bach“, so war dieser hier ein reißender Fluss.

Nach Schaffhausen kehrte ich in Stühlingen nach Deutschland zurück und der Schwarzwald mit den letzten drei Pässen stand an. Am Schluchsee vorbei wurde zuerst der Feldbergpass (1.233 m, höchster Pass des Schwarzwalds) überfahren, danach über Todtnau zuerst der Notschrei-Pass (1.120 m) und kurz darauf der Schauinslandpass (1.200 m). Nun ging es 18 km auf der Passstraße und zugleich historischen ADAC Bergrennstrecke ins Tal nach Freiburg. Auf dem Freiburger Münsterplatz beendete ich die Tour bei Sonnenschein und mit einem Glas badischen Gutedel.

 

Etappen Fakten Tag 4:
Route: Wildhaus (Switzerland) – Schaffhausen – Feldberg – Todtnau – Freiburg (Germany)
Distanz: 211,7 km
Fahrzeit: 5:45 h
Pässe: 3; Feldberg (1.233 m), Notschrei (1.121 m), Schauinsland (1.200 m)
Höhenmeter: 2.399 m
Höchster Punkt: Feldberg (1.233 m)

Abschließend:

Es war wieder eine sehr eindrucksvolle, aber auch anstrengende Tour angesichts des vielen Regens und der Kälte. Viele der 23 Pässe mussten leider recht zügig gefahren werden. Toll waren die vielen Begegnungen mit Motorrad oder Radfahrern… aber auch die vielen unterschiedlichen Landschaften und Bergpanorama.
Glück hatte ich in der Hinsicht, dass Orte, an denen ich am Vortag noch gefahren bin, tags später Schnee bedeckt waren.
Und dass die Vespa so bravourös durchgehalten hat – nur ein Motorstotterer am 3. Tag, der an einer defekten Zündkerze lag.

Trotz der gerade gefahrenen 1.200 km juckt es schon wieder, die nächste Alpentour zu planen und gleich wieder loszufahren – ganz dem Motto:

JustRide & JustEnjoy

 

Zahlen der Tour

Gesamtkilomter / overall kilometers: 1.200,8 km

Gesamtfahrtdauer / overall travel time: 36:04 h:min

Gesamtaufstieg / overall ascension: 23.600 m

Höchster Streckenpunkt / highest travel point: 2.757 m Stiflserjoch / Italy

Vespa Modell: Vespa P200E / 1983

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